Immobilien : Maklern Beine machen

Viel Geld für eine Adresse: Was Vermittler mindestens leisten müssen

Stefan Waschatz

Den Makler versuchen sich viele Wohnungssuchende zu sparen. Aber manche Traumwohnung wird eben nur über professionelle Wohnungsvermittler vergeben. Und in manchen Städten oder Lagen ist der Markt so eng, dass ohne Profi kaum etwas geht. Da ist es umso ärgerlicher, wenn der für sein Geld kaum mehr leistet, als die Adresse zu nennen – ein Eindruck, den schon viele Wohnungssuchende gewonnen haben.

Immerhin gibt es für die Vermittlungsgebühr eine Obergrenze, wie Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbunds, erläutert. „Nach dem Gesetz darf der Makler zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer als Provision fordern.“ Dafür muss er im Einzelfall allerdings nicht allzu viel leisten. „Es reicht aus, wenn der Makler eine Wohnung nachweist, die angemietet werden kann. Im Extremfall erfüllt er seine vertragliche Verpflichtung also schon dadurch, dass er eine Adresse oder Telefonnummer weitergibt.“ Einen besseren Service – etwa eine Besichtigung der Wohnung und eine Erläuterung – können Interessenten nicht erzwingen.

„Die Mitgliedschaft in einer Organisation wie dem Ring Deutscher Makler (RDM) oder dem Immobilienverband Deutschland (IVD) kann ein Indiz für Seriosität sein“, sagt der Rechtsanwalt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz in Hannover. „Ein seriöser Makler weist außerdem darauf hin, dass bei Auskünften möglicherweise eine Verpflichtung zur Provisionszahlung besteht.“ Die Zahlungspflicht kann Wohnungssuchende sogar doppelt treffen: So gibt es ein Urteil des Oberlandesgerichts München, aus dem hervorgeht, dass auch ein zweiter Makler eine Provision verdiene, wenn erst dessen Information den Anstoß gegeben hat, sich mit der Wohnung oder dem Haus näher zu befassen. Keine Zahlungspflicht entsteht dagegen, wenn jemand als Makler auftritt, tatsächlich aber mit dem Eigentümer oder Vermieter eng verflochten oder sogar identisch ist: Als Makler in eigener Sache dürfen Vermieter keine Maklergebühr verlangen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Hausverwalter Provision kassieren wollen. „Das geht nicht“, betont Hans-Eberhard Langemaack vom Immobilienverband Deutschland IVD. Und: „Makler müssen eine Leistung bieten.“ So gehört für Langemaack zur Arbeit eine Besichtigung. „Und dann muss man natürlich auch Fragen dazu beantworten können.“Stefan Waschatz

0 Kommentare

Neuester Kommentar