Immobilien : „Man kann hier keine bewachte Insel errichten“

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Auf und neben dem Bunker sollen Eigentumswohnungen und Häuser entstehen. Weshalb wehren Sie sich gegen die Bebauung des Bunkers?

Aus Sicht der Bürgerinitiative sprechen mehrere wesentliche Gründe dagegen: Zum einen erscheint es uns sehr abenteuerlich, ein Denkmal zu bebauen, das sowohl von innen als auch von außen einmalig ist und für die Geschichte Berlins steht. Auch stadträumlich ist das Denkmal wichtig. Durch eine Bebauung des Grundstücks würden die jetzt möglichen Durchblicke verschwinden. Zum anderen sind wir aus Gründen des Milieuschutzes gegen den Umbau: Man kann nicht eine bewachte Insel errichten, die nicht mit dem restlichen Kiez kompatibel ist.

Und warum fürchten Sie auch um den nahen Sportplatz?

Zumindest mittel- oder langfristig müsste der Sportplatz aus Lärmschutzgründen wohl den Betrieb aufgeben. Im Kiez ginge damit eine wichtige Sportmöglichkeit verloren, die auch für die Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher von Bedeutung ist.

Wie aber, wenn nicht mit Hilfe von Privatinvestoren, soll das Denkmal unterhalten werden? In den öffentlichen Kassen herrscht bekanntlich Ebbe.

Uns liegen leider keine Zahlen darüber vor, was die Denkmalpflege jährlich kostet. Wir teilen aber nicht die Einstellung, dass eine Denkmalnutzung immer auch wirtschaftlich sein muss.

Ihre Vorwürfe richten sich vor allem an die Politik – warum?

Wir kritisieren besonders die fehlende Bürgerbeteiligung. Leider vermissen wir bis jetzt bei der Politik das nötige Problembewusstsein. jub

Martin Hoffmann (50) ist Mitglied der „Bürgerinitiative Fichtebunker“, zu der etwa 40 Anwohner rund um die Kreuzberger Fichtestraße gehören.

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