Immobilien : Massive Rückgänge bei Versteigerungen

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In Deutschland sind im ersten Halbjahr dieses Jahres fast 30 Prozent weniger Immobilien bei Zwangsversteigerungen unter den Hammer gekommen als in den ersten sechs Monaten 2012. Das geht aus dem Halbjahresbericht des Ratinger-Fachverlages Argetra hervor. Die 23 500 Zwangsversteigerungstermine seien der niedrigste Stand seit 13 Jahren. Zudem bedeute dies den stärksten Rückgang seit Beginn der Zählung vor 15 Jahren, teilte das Unternehmen mit. Die Experten erklären die Entwicklung mit der starken Nachfrage nach Immobilien aufgrund der Finanzmarktkrise. Wohnimmobilien sind mit insgesamt fast 70 Prozent die am häufigsten versteigerten Objekte.

Mancher Eigentümer konnte durch freihändigen Verkauf die Zwangsversteigerung abwenden. Zudem habe das niedrige Zinsniveau vielen Immobilienbesitzern Umschuldungen ermöglicht, die sie vor der Zwangsversteigerung bewahrten.

Der Trend war in allen Bundesländern zu beobachten. Überdurchschnittliche Rückgänge gab es in Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern sowie im Stadtstaat Bremen. In den Städten Hof (39,8 Prozent), Heilbronn (44,3), Cottbus (29,9) und Mannheim (23,3) gab es gegen den Trend Zuwächse.

In Berlin gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres 492 Zwangsversteigerungen. Das entspricht einem Rückgang von 27,11 Prozent, denn im ersten Halbjahr 2012 hatte es 675 Verfahren gegeben. In Brandenburg entwickelten sich die Zahlen so: Es gab in den ersten sechs Monaten 2013 exakt 1001 Zwangsversteigerungstermine gegenüber 1501 Verfahren im Vergleichszeitraum 2012. Prozentual gesehen ist der Rückgang hier noch stärker als in der Hauptstadt: 37,19 Prozent.

Signifikant ist, dass die amtlich festgesetzten Verkehrswerte bundesweit um 1,5 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Insgesamt wurden Immobilien mit Verkehrswerten von 3,6 Milliarden Euro aufgerufen. In Berlin entwickelten sich die Verkehrswerte so: Im ersten Halbjahr 2013 wurden Immobilien im Verkehrswert von insgesamt 126,8 Millionen Euro versteigert (Vergleichswert 2012: 206,5 Millionen Euro). In Brandenburg ging die Summe der Verkehrswerte um 37,19 Prozent zurück – von 249,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr (erste Jahreshälfte) auf 156,9 Millionen in diesem Jahr (Monate Januar bis Juni).

Sobald die Zinsen wieder anziehen, ist wieder ein Anstieg der Termine zu erwarten.

Weitere Informationen unter: www.argetra.de

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