Immobilien : Mehr Bürofläche nachgefragt Doch Makler melden weniger Verkäufe

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In Berlin haben Firmen und Behörden im vergangenen Jahr rund 360000 Quadratmeter Bürofläche gemietet – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch auch dieser leicht gestiegene Umsatz liegt deutlich unter den Vergleichswerten aus den Jahren 2000 bis 2002. Dies melden die Makler der Firma AtisReal Müller.

Am stärksten sei die Nachfrage nach Büroflächen in Citylagen gewesen, wo zwei Drittel der Gesamtfläche umgesetzt worden seien. Vor allem öffentliche Verwaltungen hätten den Markt geprägt, wobei diese Standorte innerhalb der Stadt gewechselt hätten, um Kosten zu senken. Genannt werden die Bundesagentur für Arbeit (Wilmersdorf und Spandau) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Mitte).

Durch Abschlüsse von Mietverträgen über eine Fläche von mehr als 10000 Quadratmetern wurden nur zehn Prozent des gesamten Umsatzes gemacht. Am stärksten seien kleine und mittlere Flächen mit bis zu 1000 Quadratmetern nachgefragt worden (41 Prozent). Zu den wichtigsten Mietern zählten Firmen aus dem Bereich der Information- und Kommunikation sowie Beratungsgesellschaften (je neun Prozent) sowie Medien und Werbung (sechs Prozent).

Unverändert übersteigt das Angebot von Immobilien die Nachfrage: Das verfügbare Angebot beträgt rund 1,9 Millionen Quadratmeter. Diese Zahl enthält leer stehende Büroflächen sowie im Bau befindliche Objekte. Derzeit sind noch 140000 Quadratmeter im Bau, die bisher keine Abnehmer haben.

Aufgrund des großen Angebotes seien die Mieten erneut gesunken. Die höchsten Preise lägen bei rund 23 Euro je Quadratmeter und Monat, die Durchschnittsmieten hätten teilweise deutlich nachgegeben.

Die geringe Nachfrage schlägt sich auch auf den Handel mit gewerblich genutzten Immobilien nieder. Nach Angaben von Atis-Real Müller ging der Verkaufsumsatz in Berlin um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Immobilien im Wert von zusammen einer Milliarde Euro wechselten den Eigentümer. Einen noch dramatischeren Rückgang des Immobilienhandels (minus 29 Prozent) meldet das Maklerhaus Aengevelt. Der geringere Gesamtumsatz verteilte sich auf deutlich mehr und damit auch auf kleinere Objekte als 2003.

Für die anhaltend schwere Lage am Markt sprechen auch die steigenden Renditen. Die Verkäufer müssen die Preise senken und den Erwerbern dadurch eine höhere Kapitalverzinsung bieten, damit diese die Risiken aufgrund des großen Angebots und den teilweise zeitlich begrenzt laufenden Mietverträgen der Immobilien auf sich nehmen. Nach Angaben von Aengevelt betrug die Rendite für Büro- und Geschäftshäuser in Cityrandlagen zwischen 6,5 und acht Prozent.

Als Lichtblick bewerten die Immobilienvermittler das deutlich wachsende Interesse ausländischer Investoren an dem Berliner Markt. An keinem anderen Standort in Deutschland hätten ausländische Käufer im vergangenen Jahr so viel Kapital angelegt wie in Berlin. Waren die Unternehmer aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Benelux im Jahr 2003 nur an jedem zehnten Geschäft beteiligt, vereinigten sie im vergangenen Jahr bereits mehr als ein Viertel des Geschäftes auf sich. ball

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