Mehr Gebäudeeffizienz : Neubauten könnten ab 2014 deutlich teurer werden

Energieeinsparungsgesetz vor der Novellierung. Entwurf geht in den Bauausschuss des Bundestages.

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Das neue Gesetz zur Energieeinsparung sieht zwar keine Verschärfungen für den Gebäudebestand vor, stellt jedoch strengere energetische Anforderungen an Neubauten. Foto: Armin Weigel/dpa
Das neue Gesetz zur Energieeinsparung sieht zwar keine Verschärfungen für den Gebäudebestand vor, stellt jedoch strengere...Foto: Armin Weigel/dpa

Der Entwurf zur Novellierung des neuen Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2012 geht in die nächste Runde: Bereits in der Sitzungswoche des Deutschen Bundestages soll sich auf Wunsch der Regierungskoalition der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages mit dem Referentenentwurf vom 15. Oktober beschäftigen. Dem Papier, das dem Tagesspiegel vorliegt, ist zu entnehmen, dass keine Verschärfungen für den Gebäudebestand vorgesehen sind. Neubauten müssen indes strengeren energetischen Anforderungen genügen.

Beide Vorhaben dienen der Umsetzung einer EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

Der aktuelle Referentenentwurf des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zur Energieeinsparungsverordnung (EnEV) sieht vor, weitere Verschärfungen von insgesamt 25 Prozent bis 2016 vorzunehmen: Die primärenergetischen Anforderung im Neubau sollen 2014 und 2016 jeweils um 12,5 Prozent verschärft werden. „Wir begrüßen die Entscheidung des Ministeriums, dass der Gebäudebestand nicht weiter in die Pflicht genommen wird. Dennoch muss auch im Neubau ein sozialverträglicher Kurs gefahren werden", erklärte Walter Rasch, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) und Präsident des BFW den Entwurf des BMVBS in einer ersten Stellungnahme.

„Die Herausforderungen der Energie- und Klimawende sind unabdingbare Faktoren, müssen aber im moderaten Verhältnis zur immobilienwirtschaftlichen Realität stehen und im sozialverträglichen Maße für Vermieter und Mieter umgesetzt werden. Die BID bewertet die geplante Verschärfung der energetischen Vorgaben für Neubauten daher sehr kritisch. Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Immobilienbranche ein stabilisierender Faktor in Deutschland. Höhere Neubauanforderungen bedeuten aber für alle Beteiligten immense Kostensteigerungen. Außerdem ist davon auszugehen, dass besonders in den Ballungsgebieten zu wenig in den unteren Preissegmenten gebaut werden wird“, sagte Rasch.

Noch immer bestehe in Deutschland ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, der nur über den Neubau gedeckt werden kann. Die Verschärfung der EnEV fördere den Neubau im hochpreisigen Segment, so dass sich die Wohnungssituation für Menschen mit mittleren oder kleinen Einkommen sowie für Rentner, Studenten und junge Familien zuspitze, erklärte die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland.

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