Mietpreise und Umzüge : Berliner werden sesshafter

In der Hauptstadt ziehen die Menschen seltener um als im Bundesdurchschnitt. Steigende Mieten können die Häufigkeit der Wohnungswechsel beeinflussen.

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Kisten packen? Lieber nicht, jedenfalls dann nicht, wenn man eine niedrige Miete hat.
Kisten packen? Lieber nicht, jedenfalls dann nicht, wenn man eine niedrige Miete hat.Foto: Ingo Bartussek/Fotolia

Der Energiedienstleister Techem hat das Umzugsverhalten in den zwanzig größten deutschen Städten anonymisiert ermittelt und herausgefunden, dass die Mieter in Münster besonders häufig ihre Kisten packen. Mit einer Umzugsquote von 11,8 Prozent sind sie Spitzenreiter (Durchschnitt: 9,1 Prozent), teilt das Unternehmen mit. Doch auch die Bewohner aus Nürnberg (11,5 Prozent) und Bochum (11,2 Prozent) seien überdurchschnittlich mobil.

Im Gegensatz dazu sind die Mieter 2015 in Berlin und Frankfurt mit einer Umzugsquote von 7,0 beziehungsweise 7,5 Prozent eher sesshaft. Dabei nimmt gerade bei den Berlinern die Umzugslust ab (2014: 7,0 Prozent, 2013: 7,6 Prozent). Die Stadt steht im Städtevergleich ganz Ende der Skala.

Saarländer und Bremer ziehen am häufigsten um

Die Zahlen sind das Ergebnis einer Analyse des Energiedienstleisters, der im Rahmen der Verbrauchserfassung und der Heizkostenabrechnung regelmäßig über Mieterwechsel informiert wird. Basis für die statistische Auswertung waren fast zwei Millionen Wohnungen in Deutschland. Die Erfassung des Umzugsverhaltens erfolgte im Rahmen der Techem Studie „Energiekennwerte“, in der das Unternehmen einmal im Jahr anonymisierte Daten und Analysen, beispielsweise zu Energieverbrauch und –kosten in deutschen Mehrfamilienhäusern, publiziert.

Die Gründe für die Wohnungs- oder Ortswechsel wurden nicht erfasst. Doch ist davon auszugehen, dass die in Berlin und anderen Großstädten steigenden Mieten die Frequenz der Wohnungswechsel mit beeinflussen.

Betrachtet man die Quote in den einzelnen Bundesländern, so zieht es die Bewohner aus dem Saarland (11,6 Prozent), aus Bremen (11 Prozent) und aus Niedersachsen (10,5 Prozent) häufig in ein neues Domizil. Im Gegensatz dazu sind neben den Berlinern auch die Hamburger (7,9 Prozent) und die Sachsen (8,2 Prozent) ortsverbunden. Die durchschnittliche Umzugsquote liegt bei 9,3 Prozent.

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