Mikroapartments : Probieren geht über Studieren

Der Apartmentblock „Studio: B“ will aus dem Berlinboom mit Anlegern ab 2015 Kapital schlagen.

von
4500 Euro pro Quadratmeter kostet der Wohnraum in den neuen Studentenapartments in Alexanderplatznähe.
4500 Euro pro Quadratmeter kostet der Wohnraum in den neuen Studentenapartments in Alexanderplatznähe.Grafik: Promo Lambert Wohnbau GmbH

Berlin wächst. Die Stadt ist ein Magnet für Zuziehende, darunter viele Studenten. Weil Apartments auch bei Kapitalanlegern gefragt sind, reagieren Bauträger jetzt auch in der Hauptstadt auf die steigende Nachfrage nach Investitionsobjekten mit kleineren Volumina. In der Größenordnung der Kaufpreise von Mikroapartments können viele Privatanleger noch in Immobilien investieren: Bei einem Eigenkapitaleinsatz zwischen rund 20 bis 40 Prozent erhalten sie für die verbleibende Finanzierungssumme günstige Immobilienkredite zu Zinssätzen unter drei Prozent. Eines der Angebote für diese Klientel ist das Projekt „Studio: B“ – ein Studentenwohnheim, das die vor allem in Süddeutschland tätige Lambert Wohnbau GmbH unweit des Alexanderplatzes realisieren will.

Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres sollen 390 Studentenwohnungen für Einstiegspreise ab 110 000 Euro an der Keibelstraße Ecke Wadzeckstraße in Mitte gebaut werden. Nach Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International Berlin, das „Studio: B“ in dieser Woche in Berlin vorstellte, soll mit einer Wohnung eine Rendite von rund fünf Prozent erzielt werden. Einen halben Prozentpunkt müssen Eigentümer allerdings wieder davon abziehen – für die WEG-Verwaltung (17,50 Euro) und die Mieterverwaltung, die noch einmal mit dem gleichen Betrag zu Buche schlägt, insgesamt also 35 Euro/Monat.

Lambert Wohnbau baute bereits zehn Objekte in Regensburg und München mit über 2000 Apartments. Nach Angaben von Andreas Kunze, Head of Investment Residential bei Colliers International Berlin, soll mit dem „Studio: B“ in Berlin ein Markt erschlossen werden, in dem dringend Wohnraum für aktuell rund 160 000 Studierende benötigt wird. Nur etwa sechs Prozent der Studierenden bekommen nach Kunzes Angaben derzeit einen Platz in einem Studentenwohnheim.

Nur Stuhl, Bett und Tisch müssen noch her

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 um zwei Prozent. In den Ländern, in denen die doppelten Abiturjahrgänge bereits 2012 die Hochschulen erreicht hatten, kam es zwar zu Rückgängen. Doch fielen diese in Berlin mit minus zwei Prozent kaum wahrnehmbar aus (Brandenburg minus 15 Prozent). Rund 60 Prozent der rund 25 000 Erstsemester kommen nicht aus Berlin – und dürften sich besonders über eine neue Bleibe freuen: In der Stadt fehlen nach Kunzes Angaben 6000 bis 8000 Studentenwohnungen.

Die meisten Apartments kosten im „Block: B“ um die 120 000 Euro. Dafür gibt es meist einen Balkon oder eine Dachterrasse, bodentiefe Fenster und Einbauküchen. Nur Stuhl, Bett und Tisch müssen mitgebracht werden. Die Grundrisse der sechs Apartmenttypen variieren zwischen 23,16 und 37,85 Quadratmetern. Die Leistungen für Eigentümer, die im Grundbuch eingetragen werden, umfassen die Verwaltung, einen Vermietungsservice, Mieterauswahl inklusive Bonitätsprüfung und Vertragserstellung sowie Pflege und Instandhaltung der Anlage. Den Mietern werden ein Hausmeisterservice, Einzugshilfen, Rahmenverträge mit Versorgern und ein 24-Stunden-Notfallservice angeboten.

Die Studentenapartments kosten je nach Größe ab 450 Euro kalt; die Nebenkosten werden mit 2,50 Euro/Quadratmeter angegeben – summa summarum etwas über 500 Euro warm. Eine Flatrate für Wasser ist hier allerdings ebenso wenig enthalten wie für Strom und Telefon. Eine Nutzung der Studentenapartments als Zweitwohnung oder Ferienimmobilie wird vertraglich ausgeschlossen. Der Baustart soll im März/April sein, die Fertigstellung ist für den Herbst 2015 vorgesehen. 25 Prozent der Apartments wurden schon verkauft.

Nicht auszuschließen, dass einmal weitere Projekte in Mitte und Charlottenburg hinzukommen: Probieren geht schließlich über Studieren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar