Immobilien : Mit aller Kraft für weniger Energie

Nächste Woche findet in Berlin die Bautec statt – eine Fundgrube für Bauherren, die mit neuer Technik sparen wollen

Jutta Burmeister

Ob luxuriöser Schiefer, Dachpfannen mit selbst reinigendem Lotuseffekt oder energiesparende Holzpelletheizungen – in der kommenden Woche dreht sich in den Messehallen unter dem Funkturm alles um die Themen Bauen und Sanieren. Rund 750 Aussteller aus 18 Ländern beteiligen sich an der diesjährigen Bautec, die vom 21. bis 25. Februar im Verbund mit den Messen Built IT, Fachmesse für IT im Bauwesen, und Solar Energy, Messe für erneuerbare Energien, präsentiert wird. Erstmals werden in diesem Jahr auf der Bautec nicht nur die neuesten Baustoffe und Bausysteme, sondern auch die dazu gehörenden Produkte der Gebäudetechnik vorgestellt. Neu ist außerdem ein Online-Katalog zur Messe, in dem die Aussteller mit einem Firmenporträt und ihren Produkten verzeichnet sind. Ergänzt wird die Messe durch Fachvorträge sowie den Europäischen Bau Congress am zweiten Messetag zur Zukunft des Bauens in Europa.

Zu den Messeschwerpunkten zählen in diesem Jahr die Themen Gebäudesanierung sowie Energieeinsparung. Berliner Dachdecker zeigen außerdem nicht nur ungewöhnliche und innovative Formen der Dacheindeckung, sondern bieten auch gemeinsam mit dem Haus- und Grundbesitzer-Verein einen kostenlosen Dachcheck für Hausbesitzer an. Wer demnächst ein Haus bauen will, kann dagegen am Bauherrentag (25. Februar) seine Pläne mit zur Messe bringen und sich in Halle 21 bei der Wahl der geeigneten Baustoffe firmenneutral beraten lassen.

Während die Built IT Software-Lösungen für alle am Bau Beteiligten vom Planer über den Architekten bis zum Ingenieur anbietet, geht es bei der Solar Energy vor allem um bezahlbares Heizen. Höhepunkt der Solar Energy dürfte die „WärmePumpen-Expo“ auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sein: Sogar von den zur Gewinnung von Erdwärme notwendigen Bohrungen kann man sich hier ein Bild machen. Weitere Themen der Solar Energy sind die Fotovoltaik (Erzeugung von Sonnenstrom), die Passivhaustechnologie sowie das Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Pellets und Getreide.

„In diesem Jahr wollen wir dem Messebesucher vor allem zeigen, wie er durch moderne Haustechnik die Kosten senken kann“, kündigte Klaus Rinkenburger, Geschäftsführer der Berliner Sanitär- und Heizungs-Innung an. Nachdem die Preise für fossile Brennstoffe in die Höhe geschnellt sind, sei das Thema Kostensenkung durch moderne Technik nämlich aktueller denn je. So können zum Beispiel durch den Austausch eines herkömmlichen Heizkessels gegen einen modernen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel mehr 30 Prozent an Energie gespart werden, heißt es bei der Innung. Und mit einer Fußboden- oder Wandflächenheizung steige nicht nur der Wohnkomfort – trotz einer um rund zwei Grad niedrigeren Raumtemperatur sorge diese für das gleiche Wärmeempfinden wie eine „traditionellen“ Heizung. Gleichzeitig spare die niedrigere Temperatur jedoch fünf bis sechs Prozent Energie.

Beraten werden Bauherren und Hausbesitzer, die sich für einen neuen Heizkessel, einen Wechsel des Energieträgers, Fußboden- und Flächenheizungen, Solarstromanlagen, aber auch für Kamine interessieren – im Baupraxiszentrum „Sanitär und Heizung“ in der Messehalle 23. Dort ist auch eine moderne Holzpelletheizung zu sehen, die das Haus vollautomatisch mit Wärme versorgt. Tipps zum Ofen- und Kaminkauf, zum passenden Schornstein, richtigen Heizen und zur Brennstofflagerung gibt die Innung der Schornsteinfeger aus Berlin und Brandenburg, ebenfalls in Halle 23 – und reagiert damit auf den zunehmenden Trend zu Feuerstätten für regenerative Brennstoffe. Aber auch zum Energiepass für Gebäude, der noch in diesem Jahr Pflicht werden soll, kann man sich bei den Schornsteinfegern beraten lassen.

Nicht nur von der Wahl der Heizung hängt das Raumklima entscheidend ab: In Halle 25 erläutern Experten vom Baupraxiszentrum Klima und Brandschutz deshalb auch, wie mit modernen Lüftungs- und Klimaanlagen die Probleme gelöst werden können, die durch immer dichtere Gebäudehüllen entstehen. Gezeigt wird außerdem, wie der Einbau moderner Luft-Sauerstoff-Systeme das Raumklima entscheidend verbessern kann – immerhin hält sich der Mensch durchschnittlich rund 20 Stunden in geschlossenen Räumen auf und wird dort nicht selten durch Feinstaub, Pilzsporen und Gerüche beeinträchtigt.

Wer sich für Energieeinsparung interessiert, erhält zudem bei der Glaser- und Dachdecker-Innung wichtige Hinweise, welche Isolierglasfenster besonders zur Wärmedämmung beitragen und über welche Vorteile die Fenster sonst noch verfügen: zum Beispiel Schallschutz, Sonnenschutz - oder Einbruchsicherheit. Denn, so heißt es beim Landeskriminalamt, das ebenfalls auf der Bautec über den Schutz vor Einbruch, Diebstahl und Raubüberfällen informiert: Die technische Prävention zahle sich zunehmend aus. Insbesondere bei Villen und Einfamilienhäusern sei die Zahl der Einbrüche rückläufig, die der Versuche dagegen steigend, so das Landeskriminalamt. Mehr als ein Drittel der Versuche scheitere inzwischen an der Sicherungstechnik der Fenster und Türen.

Gesichert werden sollte schließlich auch das Dach – weniger vor Einbrechern als vor den Einflüssen des Wetters. Denn Unwetter und schwere Sturmböen haben nach Angaben von Ruediger Thaler, Geschäftsführer der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin, in den vergangenen Jahren zunehmend schwere Schäden an den Dächern angerichtet. Viele Schäden hätten vermieden werden können, wenn die Eigentümer das Dach regelmäßig gewartet hätten, sagt Thaler. Doch was beim Auto üblich sei, werde beim Dach oft vernachlässigt – mit verheerenden Folgen. Allerdings müsse die Wartung fachmännisch ausgeführt werden, warnt Thaler: Eine Hochdruckreinigung etwa, mit der Algen und Flechten entfernt werden, bringe eher Schaden als Nutzen.

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