Immobilien : Mit Säge, Schere und Hippe

Vorbereitungen für den Obstbaumschnitt

Peter Busch

Bevor es im ausklingenden Winter im neuen Jahr an den Obstbaumschnitt geht, sollte man jetzt die Zeit nutzen, das dafür benötigte Werkzeug zu kaufen. Denn für einen fachgerechten Schnitt benötigt man eine Baumschere, eine Bügelastsäge, ein Messer (Hippe) und einen Abziehstein. Während Äste bis 20 Millimeter Durchmesser mit einer Schere abgeschnitten werden, sollte man bei dickeren Ästen eine Säge verwenden. Obwohl Motorsägen heute die Arbeit erleichtern, sind gute Handsägen für schwer zugängliche Stellen oder wenn man keinen sicheren Stand hat unerlässlich.

Bei der Baumschere ist darauf zu achten, dass die Klinge aus gehärtetem Stahl ist und sich auch auswechseln lässt. Zu empfehlen sind Leichtmetallscheren, von denen alle Teile nachbestellt werden können. Schlechter dagegen sind Scheren, deren Klinge auf ein Metallpolster aufdrückt. Beim Schnitt können damit die Triebe des Baumes einseitig gequetscht werden.

Als Säge empfiehlt sich eine Bügelastsäge mit Spannhebel, bei der das Blatt geschwenkt werden kann. Mit der Hippe, einem gebogenen Messer, werden Säge- und Wundstellen nachgeschnitten. Der Schleifstein schärft die Hippe und die Klinge der Baumschere.

Für den Schnitt setzt man die Baumschere kurz oberhalb der Knospe leicht angeschrägt an. Beim Schneiden darf man weder die Knospe verletzen noch zu viel Holz stehen lassen, da dieses abstirbt und dadurch eine Eingangspforte für Krankheiten bildet. Beim Absägen größerer Äste auf Astring kann man einer Verletzung des Holzes dadurch begegnen, dass der Ast zum Schluss abbricht. Dazu wird zuerst der Ast auf der Unterseite zehn Zentimeter oberhalb des Astringes zur Hälfte angesägt. Anschließend sägt man auf der Oberseite etwas höher als an der ersten Sägestelle den Ast durch. Er bricht dann durch sein Eigengewicht zwischen den Sägestellen ab. Der übrig gebliebene Stummel wird zuletzt auf Astring abgesägt. Durch diese Methode gibt es keine unnötigen Wunden. Alle Schnittstellen, die größer als ein Ein-Euro-Stück sind, versiegelt man mit Wundverschlussmittel.

Sieht man vom Sommerschnitt ab, ist der Winter die beliebteste Zeit, die Obstbäume zu schneiden. Praktisch ist dies bereits nach dem Laubfall im Herbst möglich. Der günstigste Zeitpunkt für Apfel, Birne, Kirsche und Zwetschge ist aber von Februar bis Anfang März nach der meist letzten größeren Frostperiode, die allerdings nicht immer besonders ausgeprägt sein muss.

Bei Temperaturen unter vier bis fünf Grad Celsius sollte auf keinen Fall geschnitten werden; Quetschwunden wären die Folge. Schneidet man schon im Herbst die Bäume, bleiben die Schnittstellen, soweit sie nicht mit Wundverschlussmitteln versiegelt werden, den ganzen bei uns meist feuchten Winter offen und bieten somit eine Plattform für Pilzerkrankungen. Auch alle Spindelbüsche werden erst im März geschnitten, da extreme Fröste nach dem Schnitt noch für Ausfälle sorgen können.

Natürlich sollte man auch nicht zu spät, zum Beispiel erst Ende März oder Anfang April, schneiden. Die Bäume haben als Folge dann oft eine schwächere Austriebsleistung, da eine Anzahl Nährstoffe schon in die Triebspitze befördert wurde. Eine Ausnahme machen da nur die extrem frostempfindlichen Aprikosen und Pfirsichbäume, die erst kurz vor dem Aufbrechen geschnitten werden.

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