Immobilien : Mögen Sie Pilze?

Immer wieder ist Schimmel ein Thema für Mieter und Eigentümer – Sporen gibt es sogar in der Außenluft

WAS STEHT INS HAUS?

Uns ist bekannt, dass Schimmelpilzsporen natürlich sind und zu unserer Umwelt gehören. So soll die Belastung bei einem Waldspaziergang nicht zu unterschätzen sein. Wir haben allerdings gehört, dass die Konzentration von Schimmelpilzsporen in der Außenluft je nach Jahreszeit Schwankungen unterliegt. Gibt es Höchstgrenzen, die einzuhalten sind? Immer wenn wir unsere Wohnung lüften, gelangen vermutlich Schimmelpilzsporen in die Raumluft der Wohnräume. Ab welcher Konzentration und Art von Schimmelpilzsporen können gesundheitliche Probleme für uns auftreten?

WAS STEHT IM GESETZ?

Durch nationale und internationale Forschungen wurde festgestellt, dass Richtwerte für Schimmelpilzkonzentrationen in geschlossenen Räumen von etwa 500 KBE nicht überschritten werden sollten. KBE bedeutet „koloniebildende Einheit“. Mittels eines standardisierten Messverfahrens wird die Luft auf Keime untersucht und das angesammelte Filtrat im Labor bebrütet. Dadurch kann sowohl die Menge der Schimmelpilzkolonien als auch die genaue Art des Schimmelpilzes bestimmt werden. Eine Außenluftkeimmessung wird als Referenzmessung durchgeführt, um den Einfluss der Außenluft auf den geschlossenen Raum bestimmen zu können. Beträgt die Differenz der ausgezählten Schimmelpilzkonzentrationen zwischen Innen- und Außenluft mehr als 100 KBE, kann von einem Schimmelpilzherd innerhalb des untersuchten Raumes ausgegangen werden. Die Untersuchung wird zumeist nach der Methode von „Senkpiel & Ohgke“ ausgewertet. Bei dem Vergleich der Außen- und der Innenraummessung kann sogleich auch ermittelt werden, ob unterschiedliche Schimmelpilzarten vorkommen. Sind im Innenraum andere Arten vorhanden, als in der Außenluftmessung, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass ein Schimmelpilzherd innerhalb des Raumes wirkt. Es gibt eine Vielzahl von Schimmelpilzarten mit unterschiedlicher Wirkung auf die Gesundheit des Menschen. Das Umweltbundesamt hat eine Risikoliste für die Gefährlichkeit der verschiedenen Schimmelpilzarten erstellt.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Ab einer Luftkonzentration von mehr als 500 KBE und deutlich mehr als 100 KBE als Differenz zur Außenluft ist mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Das gesundheitliche Risiko steigt, wenn hoch konzentrierte aggressive Schimmelpilzsporen, wie zum Beispiel Aspergillus Niger und Penicillium vorhanden sind. Verfügen Sie über eine übliche physische Konstitution, werden bei den „normalen“ Schimmelpilzarten zumeist „nur“ Allergien auftreten. Bei Untersuchungen wurde auch festgestellt, dass in der Außenluft vielfach höhere Schimmelkonzentrationen vorhanden sind als in einem Wohnraum, der mit Schimmelpilz befallen ist. Insbesondere im Wald und der Nähe von Seen können im Sommer und in den Übergangsjahreszeiten erheblich hohe Luftkonzentrationen auftreten, die teilweise sogar bei 2000 bis 3000 KBE liegen.

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