Morgenstadt-Initiative : Wer ist die Nachhaltigste im ganzen Land?

Wissenschaftler von Fraunhofer-Instituten wollen Städte zukunftsfähiger machen und haben jetzt einen Wettbewerb ausgerufen.

Ariane Bemmer
Schöne nachhaltige Welt. Illustration der Stadt von morgen am Beispiel Berlins.  
Schöne nachhaltige Welt. Illustration der Stadt von morgen am Beispiel Berlins.  Grafik: LAVA, Fraunhofer-Institut IAO

Lärm und Dreck, das fällt wohl jedem ein, wenn er Nachteile einer Stadt aufzählen soll. Aber sind die auch unausweichlich? Nein, sagen Wissenschaftler von zehn Fraunhofer-Instituten. Sie haben ein „Innovationsnetzwerk“ gegründet und einen Wettbewerb ausgerufen, der Städten helfen soll, lebenswerter zu werden: die „Morgenstadt City Challenge“.

Bis zum 10. Juni können sich in einer ersten Runde Städte, die mehr als 100 000 Einwohner haben, bewerben, danach startet eine zweite Bewerbungsrunde, in der Anmeldungen bis zum 10. Oktober 2014 eingereicht werden können. Die erste Stadt wird am 26. Juni ausgewählt, die weiteren später im Jahr.

Allen drei Städten wird ein Expertenteam mehrere Wochen lang zur Seite stehen, um Strategien und Maßnahmen einzuleiten, die zu besserer Luftqualität, Energie- oder Wasserversorgung führen, zu reduzierten CO2-Emissionen, zu zweckmäßigerem öffentlichem Nahverkehr, mehr Elektrofahrzeugen, stadtweitem W-Lan oder oder oder führen. Dem voran geht eine Analyse des Ist-Zustands, wie das Fraunhofer-Institut verspricht: „Wo steht die Stadt in ihrer nachhaltigen Entwicklung – etwa in puncto Ressourcenschonung, Innovationsfähigkeit und Lebensqualität?“

Mehr als 80 Handlungsfelder haben die Wissenschaftler seit 2012 durch umfassende Untersuchungen in Städten bereits benannt. Die angestrebten Verbesserungen müssen aber nicht die ganze Stadt betreffen, sie können sich auch auf einen Bereich beschränken. Hauptsache ist, dass die Bewerbung für die Morgenstadt-Challenge ein klares Ziel enthält. Außerdem sollen Mitarbeiter der Stadt für das Projekt zur Verfügung stehen und klargemacht werden, dass man bereit sei, „einen Eigenanteil von 25 Prozent des jeweiligen Projektvolumens“ einzubringen. Die Beratung selbst ist kostenlos.

„Theoretisch hat jede Stadt Handlungsbedarf“, sagt Martin Poesler vom Pressebüro des Netzwerks. Besonders was den Klimawandel angehe, seien Städte ein großer Hebel. Wie viel Geld das Netzwerk ausgeben kann und will, könne man dagegen nicht sagen.

Weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen unter www.morgenstadt.de

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