Immobilien : Nach der Eiszeit nun bibbern vor der Sintflut

Kann eine Drainage gegen Grundwasser durch anhaltenden Frost Schaden nehmen?

WAS STEHT INS HAUS?

In unseren Einfamilienhauskeller drang von Zeit zu Zeit von außen Grundwasser ein. Das passierte zwar nicht jährlich, aber durchaus in größeren Zeitabständen. Zur Abhilfe riet man uns, eine Drainage oder eine Abdichtung gegen drückendes Wasser einzubauen. Seit dem Einbau der Drainage vor zwei Jahren hatten wir keinen weiteren Wassereinbruch. Auf Grund des länger anhaltenden Frostes befürchten wir Schäden an der Drainage oder dass diese bei der einsetzenden Schneeschmelze vielleicht nicht ausreichend funktionieren könnte. Kann uns hier eine Gefahr drohen?

WAS STEHT IM GESETZ?

Drainagen werden üblicherweise nach DIN 4095 geplant und errichtet. Sie dienen dazu, möglichst rasch versickerndes Niederschlagswasser aus einem definierten Höhenbereich des Baugrundes abzutransportieren. In Ihrem Fall wird die Drainage deswegen errichtet worden sein, um zeitweise aufstauendes Sickerwasser abzutransportieren, damit dies nicht längerfristig als drückendes Wasser vor der Kellerabdichtung steht. Sollte die Drainage jedoch angeordnet worden sein, um zeitweise Schichtenwasser abzutransportieren, ist die dauerhafte Funktionssicherheit der Drainage fraglich. Die derzeitigen Schneemengen und der Frost dürften bei sachgerechter Verlegung der Drainage keine Gefahr bilden, weil eine Drainage in der Regel sowieso in frostsicherer Tiefe des Erdreichs verlegt ist. Wurde die Drainage zur Ableitung von Schichtenwasser vorgesehen, kann es durchaus sein, dass der Schichtenwasserhorizont und damit der zeitweise höchste Grundwasserstand über dem Niveau der Drainageleitung liegt. Besteht keine gesicherte Vorflut, so verbleibt das Wasser im Drainagerohr, so dass ein hydrostatischer Druck auf die Kelleraußenwandabdichtung wirkt. Sollte die Kelleraußenwandabdichtung nicht für drückendes Wasser geeignet sein, besteht somit durchaus wieder die Gefahr, dass es zu Wassereinbrüchen kommt. Funktionseinschränkungen der Drainage sind möglich, wenn sie nicht gewartet oder der Baugrund falsch eingeschätzt wurde.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Bei fachgerechter Verlegung und sachgerechter Wartung einer Drainage, bei der auch turnusgemäß Kontrollschächte inspiziert und gereinigt werden, dürfte die Funktionsfähigkeit auf Grund des Frostes und der Schneemengen bei beginnendem Tauwetter nicht eingeschränkt sein.

Liegt jedoch die Drainage im Schichtenwasser, kann sie zeitweise unwirksam werden. Für diesen Fall war dann die Anordnung der Drainage überflüssig und es hätte von vornherein eine Abdichtung gegen drückendes Wasser angebracht werden müssen. Setzt das Tauwetter ein, kann das Schmelzwasser ohnehin nicht schnell genug versickern, da die oberen Bodenschichten häufig noch gefroren beziehungsweise schnell Wasser gesättigt sind. Problematisch wird das Tauwasser an der Oberfläche. Sie sollten daher sämtliche Bodenabläufe von Eis oder Schmutz befreien.

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