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Lehm liegt als Baustoff im Trend

Ökologisches Bauen wird in Europa immer beliebter. „Damit steigt auch die Nachfrage nach natürlichen Baustoffen“, sagt Ökobau-Professor Horst Schroeder von der Bauhaus-Universität Weimar. Materialien wie Lehm, traditioneller Baustoff der Armen, würden in den Industrieländern zunehmend im Trend liegen. Gleichzeitig verdränge Beton in armen Ländern den dort günstigeren Lehm. Damit drohten teils über Jahrhunderte alte Traditionen im Lehmbau verloren zu gehen. In Europa gehört Lehm hingegen zu den teuren Baustoffen. Wo er überall eingesetzt werden kann, müsse noch erforscht werden, sagt Horst Schroeder. „Komplette Häuser aus Lehm werden wir auch in Zukunft nicht bauen. Die Chance für das Material liegt in der sinnvollen Kombination mit anderen Baustoffen.“ Um den richtigen Umgang mit dem Material zu lernen, entwickelt Schroeder, der auch Bundesvorsitzender des Dachverbandes Lehm ist, Bildungsangebote für Handwerker und Architekten. Zurzeit werde Lehm vor allem in Innenräumen als Putz verwendet. Er beuge der Schimmelbildung vor, weil er mehr Feuchtigkeit aufnehme als zum Beispiel Zement. Dafür zahle der Bauherr dann auch gern etwas mehr. Schroeder glaubt, dass „Lehm in Deutschland zum Baumaterial für Akademiker und Gutbetuchte“ werde. In den Entwicklungsländern verwendeten die Besserverdienenden dagegen gern Beton. Allerdings sei dieser Baustoff für die meisten Menschen dort unerschwinglich. dpa

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