Immobilien : Nektar für zarte Wesen

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Von Tassilo Wengel

Wenn Sonne und Wärme den Tag bestimmen, dann gaukeln sie wieder durch die Lüfte: Schmetterlinge auf der Suche nach Nahrung. Im Garten lässt sich dieses reizvolle Spiel nur beobachten, wenn genügend Nektar spendende Blüten vorhanden sind. Am einfachsten ist es, eine sonnige Stelle im Garten mit Blütenstauden zu bepflanzen, die Schmetterlinge besonders mögen. Mit etwas Glück sind dann die fast schwerelos fliegenden Insekten vom Frühjahr bis zum Herbst zu beobachten. Um Schmetterlinge anzusiedeln, reichen Blüten als Nahrungsquelle allein nicht aus. Wichtig ist, dass vor allem für die unscheinbaren Stadien - Ei, Raupe, Puppe - genügend Wirtspflanzen vorhanden sind. Denn ohne sie gäbe es keine Falter.

Besonders reich wird der Sommerflieder (Buddleja) von der bunten Schar umschwärmt, der deshalb auch als Schmetterlingsstrauch bezeichnet wird. Zu den ersten Frühlingsblumen gehört der Lerchensporn (Corydalis cava), gefolgt von Schlüsselblumen (Primula), Blaukissen (Aubrieta-Hybr.) und dem gelb blühenden Steinkraut (Alyssum). Zitronenfalter und Tagpfauenaugen sind an warmen Tagen schon im April die ersten Gäste auf diesen Pflanzen.

Wenn der Sommer so richtig in Schwung kommt, dann stehen schnell viele niedrige und hohe Pflanzen in Blüte und bieten zahlreichen Schmetterlingsarten ihren Nektar. Admiral, Distelfalter, Großer und Kleiner Fuchs, Bläuling oder auch der Schwalbenschwanz tummeln sich auf den blauen Blüten der Katzenminze (Nepeta x faassenii). Anziehungspunkt sind auch Distelarten, von denen vor allem die Edeldistel (Eryngium) mit ihren bizarren Formen und der blauen bis silberblauen Farbe im Staudenbeet einen großen Schmuckwert haben. Besonders die als Mannstreu bezeichnete Hybride (Eryngium x zabelii) bildet schöne blaue Blütenköpfe auf verzweigten, 60 bis 100 Zentimeter hohen Stängeln. Sehr wirkungsvoll ist die Kombination mit der Goldgarbe (Achillea filipendulina „Coronation Gold"), auf deren gelben Blütentellern sich zahlreiche Tagfalter versammeln. Die Korbblütengewächse (Asteraceae), zu denen die erwähnte Goldgarbe gehört, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge. So fliegen sie an sonnigen Sommertagen besonders gern die blauen Blütenbälle der Kugeldisteln (Echinops ritro) an. Auch Bienen und Hummeln können dem süßen Nektar nicht wiederstehen. Angelockt werden die Falter auch vom Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea). Er ist eine ideale Pflanze für die sonnige Staudenrabatte. Ebenfalls gerne besucht, wird die Silberdistel (Carlina acaulis ssp. simplex), eine Staude mit flacher Blattrosette und einem oder mehreren Blütenköpfchen in der Mitte.

Nahrungsquellen für Schmetterlinge sind auch Feinstrahlastern (Erigeron), von denen es ein umfangreiches Sortiment gibt. Sie sind, je nach Sorten, in vielen Farben, beispielsweise in Weiß, Rosa, Blau oder Violett erhältlich. Sie werden etwa 40 bis 70 Zentimeter hoch. Nicht fehlen sollten die Staudenphloxe (Phlox-Paniculata-Hybriden), die je nach Sorte eine Wuchshöhe von 50 bis 150 Zentimetern erreichen. Auch sie sind in den verschiedensten Farbtönen erhältlich und blühen von Mitte Juli bis Ende August.

Einige der Schmetterlingsstauden lieben mehr frische, feuchte Böden und passen besser an Teichränder oder in naturnahe Bereiche. Hier ist die Telekie (Telekia speciosa) besonders für lichtschattige Standorte zu empfehlen. Diese Waldstaude ist mit 180 Zentimetern Höhe sehr attraktiv, kommt gut als Solitärpflanze zur Geltung und blüht von Juni bis August. Mit ihren leuchtend gelben Blüten ist sie ein Magnet für das Tagpfauenauge. Auch die Prachtscharte (Liatris spicata) eignet sich für diese Böden, sollte allerdings einen sonnigen Platz erhalten. Ihre leuchtend purpurrosafarbenen Blütenähren erscheinen von Juli bis September.

Selbst die Beete im Gemüse- oder Kräutergarten sind ein Eldorado für Schmetterlinge und Raupen. Hier locken nicht nur die Blüten von Lavendel, Salbei und Thymian viele Arten an, sondern manche Kräuter sind wichtige Nahrungsquellen für die Nachkommen. Dill, Fenchel, Möhren und Petersilie sind unentbehrlich für die Raupen des Schwalbenschwanzes, Ampfer bevorzugen Dukatenfalter oder Feuerfalter. Aurorafalter mögen vor allem Kreuzblütler wie Kresse oder Rauke.

Um eine Vielfalt an Schmetterlingen sesshaft zu machen, sollten auch einige „Unkräuter" im Garten geduldet werden. Besonders wichtig sind Brennnesseln für Raupenarten der Edelfalter, zu denen Admiral, Kleiner Fuchs, Landkärtchen und Tagpfauenauge gehören. Da sich viele Tagfalter im Raupenstadium von verschiedenen Grasarten und Wiesenblumen ernähren, bietet ihnen eine wildblumenreiche Wiese beste Bedingungen. Und wenn vielleicht noch einige heimische Bäume oder Sträucher einen Platz finden, dann ist für die Nachkommenschaft vieler schöner Schmetterlinge gesorgt.

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