Neubau in der Dottistraße : Balkone statt Briefkästen

Wohnen im alten Postamt Lichtenberg: Gebäude wird Zentrum eines Neubauvorhabens.

Wohnen im Denkmal. Seit 16. Mai geht hier jetzt die Post ab – es wird gebaut.
Wohnen im Denkmal. Seit 16. Mai geht hier jetzt die Post ab – es wird gebaut.Visualisierung: Dolphin Capital GmbH

Mitte Mai haben in der Lichtenberger Dottistraße die Bauarbeiten rund um das einstige, heute unter Denkmalschutz stehende alte Postamt aus dem Jahr 1925 begonnen. Die Dolphin Capital GmbH aus Hannover hatte das circa 6700 Quadratmeter große Areal 2011 gekauft und will nun das ehemalige Amtsgebäude sanieren sowie vier neue Wohnhäuser bauen. Zwischen Dottistraße, Ruschestraße und Bleckmannweg soll so das „Carrée Alte Post“ entstehen – „mit einem für Berlin typischen Innenhof, in dem 530 Quadratmeter Spielplatzflächen sowie Grünflächen und Fahrradstellplätze für komfortables urbanes Leben sorgen“, heißt es bei Dolphin.

In den vier neuen Häusern werden demnach 90 Wohnungen entstehen. Das ehemalige Postamt, das in den 1990er Jahren außer Betrieb genommen und vom Land Berlin unter Denkmalschutz gestellt wurde, soll 48 Wohnungen und Lofts mit Größen zwischen 48 und 180 Quadratmetern beherbergen.

Das unter Denkmalschutz stehende alte Postamt aus dem Jahr 1925 in der Lichtenberger Dottistraße bekommt ein neues Gesicht.
Das unter Denkmalschutz stehende alte Postamt aus dem Jahr 1925 in der Lichtenberger Dottistraße bekommt ein neues Gesicht.Visualisierung: Dolphin Capital GmbH

Die Umnutzung von Amts- und Regierungsbauten aus Kaiserzeit und Weimarer Republik sowie alter Kasernen- und Fabrikanlagen stelle seit rund drei Jahren einen neuen Schwerpunkt des Unternehmens dar, sagt Dolphin-Geschäftsführer Charles Smethurst. Die gründerzeitliche Pracht gehöre ins Stadtbild von Berlin und relativiere oft die nüchterne Bauweise der Postmoderne.

Für das Carrée in Lichtenberg ist der Bau einer Tiefgarage mit 99 Stellplätzen vorgesehen. Alle Wohnungen würden hochwertig mit gehobener Ausstattung gebaut. Durch spezielle Dämmmaßnahmen soll auch im Denkmal bei originalgetreuem Erhalt der alten Klinkerfassade der Energieeffizienzstandard KfW-Denkmal erreicht werden.

Mit dem Verkauf der Wohnungen ist die Ludwigsburger SDI-Vertriebs GmbH beauftragt; rund 75 Prozent des Bestandes sollen bereits an Kapitalanleger und Selbstnutzer veräußert worden sein. Das Projektvolumen des Denkmals umfasst laut Dolphin Capital rund 16 Millionen Euro. Als Generalunternehmer wurde die Berliner Firma ATS beauftragt, die nach der Baustelleneinrichtung mit der Sanierung von Dachstuhl, Giebel und Fassade beginnt. Mit einer Fertigstellung wird im März 2015 gerechnet.

Insgesamt realisiert Dolphin derzeit rund 60 Projekte in ganz Deutschland, darunter die Spinnerei Spindlersfeld in Köpenick. Dort entstehen in der Oberschöneweider Wilhelminenhofstraße 288 Wohnungen sowie ein Neubau mit 15 Wohnungen. (Tsp)

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