Neubaupolitik : Allianz für den Wohnungsneubau einigt Weg zum Ziel

Vertreter der Wohnungswirtschaft beklagen steigende Baukosten und fordern neue Bodenpolitik.

von
Dauerbaustelle. Um den Neubau von Mietwohnungen anzukurbeln, fordern die GdW-Unternehmen bessere Bedingungen für die Bautätigkeit.
Dauerbaustelle. Um den Neubau von Mietwohnungen anzukurbeln, fordern die GdW-Unternehmen bessere Bedingungen für die Bautätigkeit.Foto: Arno Burgi/dpa

In der Diskussion um die Ankurbelung des Wohnungsbaus haben sich Vertreter der Immobilienwirtschaft für bessere Rahmenbedingungen ausgesprochen. „Wir brauchen eine Allianz für den Wohnungsneubau zwischen Kommunen, Bundesländern und Bund“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, auf der Jahrespressekonferenz seines Verbandes. Nötig sei es, Investitionen attraktiver zu machen und die Kosten für den Wohnungsbau nicht noch weiter in die Höhe zu treiben. Im GdW sind rund 3000 Unternehmen zusammengeschlossen, die insgesamt etwa ein Drittel aller deutschen Mietwohnungen bewirtschaften.

Die Kommunen forderte Gedaschko auf, ihre Grundstücke nicht mehr meistbietend zu verkaufen, sondern im Konzeptverfahren zu vergeben. Damit könnten auch Projektentwickler zum Zuge kommen, die relativ günstigen Wohnraum schaffen wollen. Berechnungen hätten nämlich ergeben, dass eine Subventionierung der Bodenpreise eine Mietenersparnis von zehn bis zwanzig Prozent bewirke. Außerdem müssten die Kommunen „die Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen“. Ähnlich äußerte sich in dieser Woche Markus Schmidt, Leiter der Research-Abteilung des Maklerunternehmens Aengevelt: „Primäres Ziel muss es sein, den Neubauwettbewerb zu stärken. Dies kann vor allem durch eine expansive Bodenpolitik erreicht werden. Dazu muss indessen die Preiserwartung der Baulandeigentümer gedämpft werden.“

An die Bundesländer appellierte Gedaschko, die ihnen im Rahmen der Föderalismusreform vom Bund zur Verfügung gestellten Kompensationsmittel zweckgebunden für den sozialen Wohnungsbau einzusetzen. Namentlich kritisierte er in diesem Zusammenhang das Land Berlin, das den Bau neuer Wohnungen seit Jahren nicht mehr finanziell fördert. Ferner attackierte der GdW-Präsident die „Preisspirale“ bei der Grunderwerbsteuer. Mehrere Bundesländer haben diese zuletzt deutlich angehoben – so auch Berlin, wo der Satz seit 2012 noch bei fünf Prozent liegt.

Auf Ebene der Bundespolitik kritisiert der GdW die geplante Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV), die diese Woche in Ausschüssen des Bundesrates beraten worden ist. Nach Berechnungen des GdW würden die geplanten Verschärfungen die Baukosten für ein viergeschossiges Wohngebäude mit zwanzig Wohnungen um 90 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche in die Höhe treiben. Die Miete für diese Wohnungen würde dadurch um vier Prozent steigen. Das Maklerunternehmen Aengevelt hält diese Diskussion indessen für Augenwischerei: Wohnungsneubau sollte vor allem qualitativ besser sein als der Großteil des vorhandenen Wohnungsbestandes. Das mache ihn aber auch teurer als zum Beispiel Bestandswohnungen, sagte Schmidt in einer Stellungnahme für sein Unternehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben