Neue Mietwohnungen : Großes im Kommen

In Schöneberg wird bald an vielen Ecken gebaut.

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Maison Ouest, direkt hinter dem KaDeWe. Hier vor der Sanierung.
Maison Ouest, direkt hinter dem KaDeWe. Hier vor der Sanierung.Foto: Pantera

Die Ruhe ist vorbei. Auch in Schöneberg wagen sich Investoren mittlerweile an größere Bauvorhaben – und meist formiert sich dagegen Widerstand. Besonders heftig ist dieser rund um die Bautzener Straße, direkt am S-Bahnhof Yorckstraße. Die Brachfläche, auf der bis vor wenigen Jahren mit Gebrauchtwagen gehandelt wurde, plant die Dr. Wolfgang Schroeder GmbH & Co. KG den Bau von Wohnungen. Beteiligt an der Gesellschaft ist nach Angaben von Sibyll Klotz, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, der Eigentümer der Baumarktkette Hellweg, die auf der anderen Seite der Yorckstraße einen Baumarkt errichtet.

„Viele Anwohner und ich wünschten sich an dieser Stelle eine Grünverbindung“, sagt Klotz. Dazu jedoch könne man einen privaten Eigentümer nicht zwingen. „Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden“, sagt Klotz. Geplant ist nach ihren Worten der Bau von etwa 220 Wohnungen, wobei eine Durchwegung zum Gleisdreieckpark geschaffen wird. „Mit dem Investor haben wir uns bereits darauf verständigt, dass ein hoher Anteil an Mietwohnungen entstehen soll.“ Der Bezirk habe dabei die Vorstellung, dass vor allem kleine Wohnungen angeboten werden, bei denen die Miete in bezahlbarem Rahmen bleibe.

Bereits begonnen haben die Bauarbeiten am Projekt „Am Lokdepot“, das zwischen der Monumenten- und der Dudenstraße, unmittelbar an der Grenze zu Kreuzberg, Gestalt annimmt. 220 Eigentumswohnungen sollen hier entstehen – ebenfalls unter dem Protest von Anwohnern. Während der Kopfbau an der Monumentenstraße bereits in die Höhe gewachsen ist, stellt der Bezirk für den mittleren Bereich derzeit einen Bebauungsplan auf. In diesem Fall, bedauert Klotz, habe sie nicht mehr Einfluss nehmen und auf den Bau von Mietwohnungen drängen können. „Aber auch dieser Investor“, sagt sie, „leistet einen Beitrag zur Quartiersentwicklung, indem er einen Spielplatz und eine Kita anlegt und einen Zugang zum Radweg schafft.“

Das größte Projekt in Schöneberg könnte auf dem ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf realisiert werden. Dieses mehr als 60 000 Quadratmeter große Areal liegt trotz seines Namens im Ortsteil Friedenau, zwischen den S-Bahnhöfen Innsbrucker Platz und Bundesplatz. Der Bezirk hat gemeinsam mit dem Investor, der Böag aus Hamburg, einen Werkstattprozess gestartet, an dem drei namhafte Architekturbüros (Daniel Libeskind, Grüntuch Ernst und Collignon) beteiligt sind. „Vorerst geht es um eine Konzeptdiskussion“, berichtet Klotz. Der Vorentwurf sieht 500 Wohnungen vor, während der Investor 800 bauen möchte.

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