Immobilien : Nicht mehr im Schrank versteckt

Edle Küchengeräte und exklusive Messer werden immer mehr zu schmückenden Designobjekten

Heidemarie Pütz

In ordentlichen Haushalten verschwanden Küchengeräte früher nach getaner Arbeit wieder im Schrank. Aber inzwischen sind die fleißigen Helfer auch schmückendes Designobjekt geworden.

Die Küche ist heute nicht nur ein funktioneller Platz, sondern auch Wohnraum, stellt Beatrix Neulinger vom Küchenmöbelhersteller Bulthaup fest. Wo es unter der Woche schnell gehen muss, schlägt am Wochenende das andere Extrem durch: die Lust am ausgiebigen Kochen. Beim Kauf wird die Wahl von Küchenmaschinen und Messern deshalb zunehmend auch zu einer ästhetischen Frage. Die richtige Antwort darauf darf auch einiges kosten. Die Käufer exklusiver Haushaltsgeräte kommen aus unterschiedlichen Schichten. Wenn die Qualität stimmt, schreckt auch der höhere Preis nicht ab. Allerdings hat die wirtschaftliche Flaute auch eine neue Bescheidenheit zur Folge: „Früher wurden mehrere Stücke gekauft, heute nur noch eines.“ Design sei für eine finanzkräftige Käuferschaft in den vergangenen Jahren immer bedeutender geworden, erklärt Peter Larsen vom Deutschlandvertrieb der italienischen Firma Alessi . „Wichtig ist für unsere Kunden neben der Funktionalität ein Design, das sich von der Norm abhebt.“ Dann darf ein chromblitzender Seiher mit goldfarbenen Füßen von Stardesigner Philippe Starck ruhig mehr als 200 Euro kosten. Immerhin können damit nicht nur Nudeln gesiebt, sondern mit Hilfe eines Kunststoffeinsatzes auch Champagner gekühlt werden.

Küchenliebhaber überzeugt ebenfalls die altbewährte Robustheit: Der Klassiker „KitchenAid“ mit seinem Zinkgussgehäuse steht nicht nur bei Freunden US-amerikanischen Designs hoch im Kurs. Auch in back- und kocherprobten Haushalten ist diese Küchenmaschine oft weit oben auf dem Wunschzettel zu finden.

Seit mehr als 80 Jahren wird mit dem „KitchenAid“ geknetet, gerührt, geschnitten, geraspelt, gemixt, gepresst und durch den Fleischwolf gedreht. Wer den Alleskönner in der Edelstahl-Ausführung haben will, muss rund 715 Euro zahlen. Edelstahl und Aluminium gebürstet gelten momentan als wichtigste Werkstoffe in der Küche, sagt Christian Eckert vom Zentralverband der Elektroindustrie in Bonn.

Nicht nur bei designverliebten Küchenbesitzern bekommt die klassische Kaffeemaschine starke Konkurrenz: Immer mehr Deutsche wünschen auch zu Hause einen Espressovollautomaten. Die Nachfrage nach Kleingeräten zu Preisen von mehr als 250 Euro wird weiter wachsen, heißt es denn auch bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg.

Auch Messer sind mittlerweile zum Statussymbol geworden: Nicht zuletzt im Zuge der Sushi-Welle hat mancher Hobbykoch ähnlich wie japanische Profis eine innige Verbindung zu dem scharfen Eisen entwickelt.

Das Nonplusultra sind nach Angaben von Birthe Blanken von der Importfirma Christian Romanowski in Rockstedt bei Bremen handgeschmiedete Kasumi-Messer aus der japanischen Messerhochburg Seki. Die Edelmesser mit ihrem so genannten Damaszener Muster bestehen aus 32 gefalteten Stahlschichten. Die Preise liegen zwischen 118 und 248 Euro.

Erschwinglicher sind dagegen die mit etlichen Designpreisen ausgezeichneten Messer von Ferdinand Porsche. Wegen der großen Nachfrage würden sie in der Vorweihnachtszeit am laufenden Band nachproduziert, heißt es. Die Messer gelten als Hingucker für die Designküche – sie stehen auf dem abgeflachten Ende ihres Griffs.

Doch Kochen kann das Zubehör nicht. Das muss man immer noch selber machen. Aber eine sinnvolle und hochwertige Ausstattung erleichtert die Zubereitung, bei der man sich gern mit Nützlichem und Schönem zugleich umgibt. dpa / gms

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben