Immobilien : Nicht nur ein Gewürz

Die bunt laubigen Pfefferarten sind dekorative Zimmerpflanzen mit besonderen Standortansprüchen

Tassilo Wengel

Allgemein als Küchengewürz bekannt, wurde der Pfeffer in früheren Zeiten vor allem zum Konservieren von Speisen verwendet. Auch für die Heilkunde haben einige Arten Bedeutung und mancher Pfeffer bietet sich als attraktive Zimmerpflanze an.

Der Pfeffer (Piper) bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die Pfeffergewächse (Piperaceae). Neben der namengebenden Gattung gehören zu dieser Familie nur noch die Peperomien (Peperomia). Sie sind auch unter dem deutschen Namen Pfeffergesicht bekannt und als Zimmerpflanzen beliebt.

Die Gattung Piper ist mit etwa 700 Arten in den Tropen und Subtropen der Erde beheimatet und vor allem als Kletter- oder Schlingpflanze in den Wäldern verbreitet. Meist sind es Sträucher, die als Lianen an den Stämmen der Bäume emporwachsen, seltener niedrige Halbsträucher.

Am bekanntesten ist der Schwarze Pfeffer (Piper nigrum), eine Kletterpflanze aus Indien. Heute wird er als Gewürz in den gesamten Tropen angebaut, denn seine Früchte sind schon lange von allgemeiner Bedeutung. Bereits den alten Griechen und Römern bekannt, waren es vor allem arabische Händler, die mit dem kostbaren Gewürzpfeffer handelten. Erst der portugiesische Seefahrer Vasco de Gama sorgte mit seiner Entdeckung des Seeweges nach Indien 1497 / 1498 dafür, dass der Pfeffer Europa ohne arabische Zwischenhändler erreichte.

Für den schwarzen Pfeffer werden die grünen Früchte unreif geerntet und so lange getrocknet, bis aus ihnen schwarze, runzlige Körner werden. Die besondere Schärfe des schwarzen Peffers liegt im getrockneten Fruchtfleisch begründet. Milder ist der weiße Pfeffer, dessen Früchte man ausreifen lässt und vom Fruchtfleisch befreit.

Als Gewürz verwendet man auch die Früchte des Langen Pfeffers (Piper longum), der in Südasien angebaut wird. In den Handel kommen die ganzen Fruchtstände mit den dicht an dicht gereihten Früchten.

Manche Pfefferarten werden auch als Rauschmittel oder in der Medizin genutzt. Das gilt zum Beispiel für den im tropischen Asien weit verbreiteten Betelpfeffer (Piper betel). Die Blätter dieser Art werden in Indien und anderen asiatischen Ländern gern gekaut, weil sie ein Gefühl des Wohlbefindens hervorrufen. Aus dem Rauschpfeffer (Piper methysticum) stellen die Bewohner Polynesiens ein berauschendes Getränk her und die Medizin verwendet die Wurzel dieser Pfefferart, die als Kawa-Kawa bezeichnet wird, zur Herstellung von Beruhigungs- und Schlafmitteln. Auch die Inhaltsstoffe der Früchte des Kubebenpfeffers (Piper cubeba) werden zu medizinischen Zwecken verwendet. Sie enthalten neben ätherischen Ölen auch Cubebin, einen Bitterstoff, der anregend wirkt und gegen Blähungen hilft.

Als Zierpflanze sind die bunt laubigen Pfefferarten von Bedeutung. Im Handel wird häufig Piper ornatum (syn. P. crocatum) aus Celebes mit kletternden oder niederliegenden Trieben angeboten. Die Blätter sind schildförmig mit langer Spitze und im Grunde dunkelgrün. Sehr apart ist die rosafarbene Zeichnung entlang der Adern, die mit zunehmender Entwicklung der Blätter weiß wird. Größere herzförmige Blätter hat Piper porphyrophyllum, ebenfalls eine Kletterpflanze. Sie sind im Jugendstadium smaragdgrün und färben sich allmählich samtig olivgrün. Entlang der Hauptadern sind feine hellrosafarbene Flecken vorhanden. Spitzovale Blätter von etwa 20 Zentimetern Länge und kletterndem Wuchs hat Piper sylvaticum. Die Adern bleiben wie die Blätter grün, während sich dazwischen silbrige Flecken bilden.

Alle Pfefferarten sind Bewohner immergrüner tropischer Regenwälder und stellen deshalb an die Kultur im Zimmer besondere Ansprüche. Helle bis halbschattige Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen zwischen 16 und 24 Grad Celsius sind optimal. Stehen die Pflanzen zu kühl, stockt das Wachstum und die Blätter werden abgeworfen.

Ein Problem für die Kultur im Zimmer ist die notwendige Luftfeuchtigkeit. Sie sollte möglichst nicht unter 60 Prozent liegen, weshalb eine Kultur weniger frei stehend im Zimmer, sondern besser im geschlossenen Blumenfenster oder einer Pflanzenvitrine erfolgt. Auch in einem warmen Wintergarten ist die Kultur auf Dauer erfolgreich. Der Wurzelballen muss stets gleichmäßig feucht gehalten werden. Vom Frühjahr bis zum Herbst verabreicht man im Abstand von zwei Wochen eine Gabe Volldünger, während der Wintermonate genügen Düngergaben im Abstand von etwa vier Wochen. Im Frühjahr oder Sommer empfiehlt sich nach ein bis zwei Jahren das Umpflanzen, wobei man nur wenig größere Töpfe wählt. Als Substrat eignet sich eine leicht saure, humose Mischung aus gut verrotteter Laub- und Komposterde, der etwas Torfmull und Sand beigemischt wird. Auch Einheitserde kann empfohlen werden. Wichtig ist ein Anteil von mindestens 60 Prozent Weißtorf und 30 bis 40 Prozent Ton oder Lehm.

Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr oder Sommer durch Kopf- oder Teilstecklinge, die ein oder zwei Blätter haben sollten. Man steckt drei bis fünf von ihnen in einen mit einem Sand-Torfmull-Gemisch gefüllten Topf von etwa sieben Zentimetern Durchmesser. Nach dem Angießen kommt eine Folientüte darüber und man hält das Ganze gleichmäßig feucht. Bei Bodentemperaturen von etwa 25 Grad Celsius bilden die Stecklinge schnell Wurzeln. Beginnt das Wachstum der Triebe, kann in einen größeren Topf mit Kultursubstrat verpflanzt werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben