Immobilien : Nicht nur ein Gewürz

Der Salbei bietet auch als Zierpflanze die vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten

Waltraud Hennig-Krebs,Tassilo Wengel

„Er hatte doch Salbei im Garten!“ soll bereits Cäsar ausgerufen haben, als man ihm den Tod eines Freundes meldete. Und auch der Spruch aus der Zeit um 1300: „Warum soll ein Mensch sterben, dem Salbei im Garten wächst?“ weist auf die hohe Wertschätzung des Salbeis als Heilpflanze hin. Mönche brachten ihn über die Alpen und Karl der Große ordnete bereits im Jahre 745 die Kultur dieser Staude an. Lange Zeit galt er geradezu als Allheilmittel und fehlte in keinem Klostergarten. Denn die Blätter enthalten ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide. Auch heute noch ist der Gartensalbei (Salvia officinalis) ein altes Hausmittel, aus dessen getrockneten Blättern Aufgüsse zubereitet werden, die bei Halsentzündungen, Erkältungen und Verdauungsstörungen Linderung bringen. Im Gattungsnamen salvia, der vom lateinischen Wort salvare für heilen abstammt, wurden die positiven Eigenschaften der Pflanze verewigt. Als Gewürz ist er vor allem Freunden der italienischen Küche bekannt, denn ein Kalbschnitzel ohne Salbei wäre kein Saltimbocca alla Romana.

Doch nicht nur für den Gaumen, auch fürs Auge hat der Salbei als Zierpflanze einiges zu bieten. Ihre vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten haben dazu beigetragen, dass die Pflanze vom Bund deutscher Staudengärtner zur „Staude des Jahres 2003“ gewählt wurde.

Der Salbei gehört zu einer Gattung mit 700 Arten, die als ein- und zweijährige Kräuter, Stauden und Halbsträucher vor allem im Mittelmeerraum sowie in Mexiko beheimatet sind. Bei uns haben vor allem die als Edelsalbei bekannten Salvia-officinalis-Sorten in naturnahen Gärten ihren Platz gefunden.

Der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Gartensalbei genannt, ist ein immergrüner, breitbuschig wachsender Halbstrauch von 40 bis 50 Zentimetern Höhe mit graugrünen, elliptischen Blättern. Ein unverwechselbarer, würziger, stark aromatischer Geruch umgibt die Staude. Die blauen Blütenähren erscheinen von Juni bis August, treten aber zugunsten des Blattschmucks in den Hintergrund. Dieser ist bei den zahlreichen Sorten unterschiedlich geformt und gefärbt, auch Größe und Zeichnung können recht variabel sein.

Aus der Fülle der Sorten sind einige besonders schön und erwähnenswert, die auch in Gartencentern und Gärtnereien häufiger angeboten werden. Dazu gehören ,Icterina‘ mit grün-gelb panaschierten Blättern, ,Purpurascens‘ fällt durch stumpfviolett gefärbte Blätter auf und bei der Sorte ,Tricolor‘ ist das Laub graugrün oder purpurviolett gefleckt mit einem cremeweißen Rand. Diese Sorten verleihen nicht nur Gewürzkräuterpflanzungen in Gemeinschaft mit Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Thymian (Thymus) oder Lavendel (Lavandula angustifolia) eine besondere Note, sondern wirken auch auf Rabatten mit Sommerblumen oder im Staudenbeet.

Empfehlenswert sind auch Kombinationen der Sorten ,Icterina‘ oder ,Tricolor‘ mit gelben Gazanien (Gazania rigens ,Orange Magic‘), einjährigem Sonnenhut (Rudbeckia hirta) oder Buntblättrigem Ziergras (Carex hachijoensis ,Evergold‘). Andere Möglichkeiten bietet die Sorte ,Purpurascens‘ mit ihren purpurvioletten Blättern. Als Begleitpflanzen eignen sich das silberblättrige Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ebenso wie das silberblättrige Hasenohr (Stachys byzantina) oder auch die Silberwinde (Convolvulus cneorum).

Nicht nur im Garten, sondern auch in Gefäßen können die Salbei-Sorten sehr dekorativ sein, beispielsweise zusammen mit Hängenelken (Dianthus caryophyllus)‚ weiß blühendem Duftsteinrich (Lobularia maritima) und dem Grünaugen-Husarenknopf (Sanvitalia speciosa ,Aztekengold‘). Ebenso eignen sich gut die kleinblütigen Petunien ,Million Bells‘ und der Mottenkönig (Plectranthus).

Eine weitere, sehr dekorative Art ist der Muskatellersalbei (Salvia sclarea), der aus dem Mittelmeerraum stammt. Diese zweijährige Art bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, aus der im zweiten Jahr ein prachtvoller, reich verzweigter Blütenstand entspringt. Er erreicht Höhen bis 150 Zentimeter und ist im Juni und Juli dicht mit hell lilafarbenen Blüten besetzt. Nach der Blüte zieren die Pflanze rosarote Hochblätter, die bis zum Frost erhalten bleiben. Reinweiß blüht die Sorte ,Turkestanica‘. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Mai. Einmal angesiedelt, sät sich der Muskatellersalbei an warmen, trockenen Stellen von selbst aus.

Mit seinen lavendelblau bis tief violettblauen Blüten bringt der Sommersalbei (Salvia nemorosa) – einige Sorten blühen auch Weiß – Farbe in Rabatten und Beete. Die Wuchsform der Sorten reicht von flach und kompakt bis zu schlank aufrecht wachsend. In Kombination mit den leuchtenden Blütenfarben vom Mohn (Papaver orientale), den farbenfrohen Rittersporn-Züchtungen oder mit zarten Rosenblüten lassen sich stimmungsvolle Gartenbilder schaffen.

Zu beachten ist, dass der Gartensalbei nicht vollkommen winterhart ist, wobei besonders die buntblättrigen Sorten sehr empfindlich sind. Wichtig ist in jedem Fall ein sonniger Standort, ein gut durchlässiger Boden und für den Winter ein leichter Schutz aus Fichtenreisig.

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