Immobilien : Nirgendwo fest eingebürgert

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Nachstehend veröffentlichen wir die vom Botanischen Garten für diese Woche herausgegebene Zusammenstellung besonders sehenswerter Pflanzen, die im Freigelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr.

Freiland. Die „Pflanze der Woche" des Berliner Botanischen Gartens, der Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus), entführt uns Ende August ins „System der Krautigen Pflanzen" entlang der Willdenowstraße, wo tausend verschiedene Pflanzenarten, nach Familien geordnet, zum Studium ihrer botanisch-entwicklungsgeschichtlichen Verwandtschaft nebeneinander kultiviert werden. Der Fuchsschwanz rührt von den langen, hängenden, in der Regel dunkelroten Blütenständen der zwar einjährigen, aber bis zu einem Meter hohen, ornamentalen Pflanzen her, die seit alters her einen festen Platz in den traditionellen Bauerngärten einnahmen. Heute wird der Garten-Fuchsschwanz gern in Parkanlagen als Blickfang in Sommerblumen–Rabatten verwendet. Die ästhetischen Blütenstände bestehen aus Tausenden winziger, stecknadelkopfgroßer Einzelblüten und kontrastieren sehr wirkungsvoll mit dem dunkelgrünen Laub der großen, rhombischen Blätter.

Der hohen Blütenzahl entspricht eine enorme Samenproduktion, größere Exemplare können zehntausende Samen ausstreuen. Daher findet man Fuchsschwanz-Arten auch immer wieder als Gartenflüchtlinge in Siedlungsnähe, häufig auch mit Vogelfuttersamen verstreut. Der Garten-Fuchsschwanz kann sich jedoch nirgends fest einbürgern und verschwindet nach vorübergehendem Auftreten wieder, allein schon deshalb, weil die Vögel mit den Früchten „aufräumen". Die Amaranthus-Früchte sind nämlich sehr nährstoffreich, und der Garten-Fuchsschwanz wird in anderen Weltteilen, so in Südamerika (Ecuador, Peru, Bolivien), Afrika (Äthiopien) und Südasien (Pakistan, Indien, Nepal, Tibet), als hirseartiges Grundnahrungsmittel feldmäßig angebaut und auch wie ein Getreide geerntet, gedroschen und weiterverarbeitet.

Von Wildstandorten ist er dagegen nicht bekannt, man vermutet aber, dass er von der südamerikanischen Wildart Amaranthus quitensis, dem Quito-Fuchschwanz (benannt nach der Hauptstadt des Staates Ecuador), abstammen könnte. Erste Kunde von Amaranthus-Mehl, -Grütze und -Brot der Inka, Maya und Azteken brachten die Spanier schon im 16. Jahrhundert nach Europa.

Um die Exportkraft der genannten Länder zu stärken, wird von Agrar- und Ernährungswissenschaftlern geprüft, inwieweit Amaranthus-Mehl als Grundstoff der Nährmittelindustrie (zum Beispiel für Babynahrung) Verwendung finden könnte.

Auf diesen Zug wollen aber auch die Farmer des Mittleren Westens der USA aufspringen. Eines der größten Anbaugebiete von grain amaranths befindet sich mittlerweile in Nebraska. Thomas Raus

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