Immobilien : Oftmals reicht ein kühles Treppenhaus

Spätestens bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt müssen die Kübelpflanzen ins Winterquartier

Tassilo Wengel

Die meisten Kübelpflanzen haben den ersten Schnee recht gut verkraftet. Einige zeigen noch ihre Pracht, andere blühen nur noch spärlich und bereiten sich schon auf die lichtarme Jahreszeit vor.

Da es sich in jedem Fall um Pflanzen aus wärmeren Regionen handelt, müssen sie vor anhaltenden Nachtfrösten geschützt werden. Denn nur wenige Arten, wie zum Beispiel Oleander, Zitrusgewächse oder Lorbeer überstehen leichte Fröste ohne Schaden.

Die Ansprüche im Winterquartier sind unterschiedlich. Wer seine Kübelpflanzen im nächsten Frühjahr wieder gesund ins Freie stellen möchte, sollte ihnen auch im Winter optimale Verhältnisse bieten. Sicher ist das nicht immer möglich, weil keine geeigneten Räume vorhanden sind. Trotzdem sollte man nach Alternativen suchen. Beispielsweise bieten einige Gartencenter einen Winter-Service gegen Bezahlung an.

Bei Nachttemperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius, müssen die ersten Arten das Sommerquartier verlassen. Das empfiehlt sich vor allem für solche Kübelpflanzen, die in den kürzer werdenden Herbsttagen noch viele Blüten bilden. Oftmals hält der Flor bis weit in den Winter hinein. Diese Arten, zu denen Schönmalve (Abutilon), Gewürzrinde (Cassia corymbosa, C. didymobotrya), Bechermalve (Malvaviscus arboreus) oder Enzianbaum (Solanum rantonetti) gehören, eignen sich besonders gut für das Treppenhaus oder die Veranda, aber auch für Wintergärten, in denen die Temperaturen nicht wesentlich über zehn Grad Celsius liegen. Bei diesen Arten gilt es, den Wurzelballen mäßig feucht zu halten, damit keine Staunässe auftritt. Eine schwache Gabe Volldünger nach dem Einräumen reicht als Nahrung für die nächsten Wochen aus.

Zu dieser Zeit sollten auch alle nicht winterharten Kakteen sowie sukkulente Pflanzen wie Aloe, Aeonium, Crassula, Kalanchoe die Sommerfrische im Freien verlassen. Die Überwinterung ist für diese Pflanzen wenig problematisch, da sie in Räumen mit Temperaturen um 20 Grad Celsius stehen können. Damit der Temperaturwechsel nicht zu krass ist, sollten sie nicht sogleich in einen warmen Raum gestellt werden.

Bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt müssen die meisten Kübelpflanzen das Winterquartier beziehen.

Einige Arten ruhen im Winter und können problemlos in dunklen Räumen stehen. Das gilt für Hakenlilie (Crinum x powellii), Schmucklilie (Agapanthus praecox), Engelstrompete (Brugmansia, syn. Datura), Wandelröschen (Lantana-Camara-Hybride) und Korallenstrauch (Erythrina crista-galli). Die ideale Temperatur liegt zwischen acht und zwölf Grad Celsius. Besonders bei der Schmucklilie sind höhere Wintertemperaturen schädlich, weil dann die Blüte im nächsten Jahr sehr gering ausfällt. Spärliche Blüte ist bei der Engelstrompete die Folge, wenn die Pflanze nach dem Einräumen zu stark zurückgeschnitten wird. Deshalb sollte man die Triebe möglichst mit einer Länge von einem bis eineinhalb Meter stehen lassen.

Fuchsien vertragen zwar ein bis zwei Grad Minus ohne Schaden, aber sicherer ist das Einräumen, bevor das Thermometer unter Null Grad Celsius zu sinken droht. Der Rückschnitt der Triebe erfolgt bis auf wenige Zentimeter und beugt der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten vor.

Während der Ruhezeit hält man alle diese Arten fast trocken und gießt nur gelegentlich. Vollkommen trocken muss der Korallenstrauch im Winter stehen, damit er im Frühjahr wieder austreibt.

Das Schlusslicht bilden die „klassischen" Kübelpflanzen, die vor allem im Mittelmeergebiet zu Hause sind oder aus anderen Regionen der Erde stammen und sich im Mittelmeerraum eingebürgert haben. Dort sinken die Temperaturen im Winter häufig auf Werte um fünf Grad Celsius und darunter, auch leichte Fröste können auftreten. Diese Arten vertragen geringe Minusgrade ohne Schaden. Sie sollten spätestens dann das Winterquartier beziehen, wenn die Nachttemperaturen unter minus drei Grad Celsius sinken. Hierzu gehören Agaven (Agave), Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Zylinderputzer (Callistemon citrinus), Orangenblume (Choisia ternata), Zwergpalme (Chamaerops humilis), Zitrusgewächse (Citrus), Wollmispel (Eriobotrya japonica), Seideneiche (Grevillea robusta), Lorbeer (Laurus nobilis), Südseemyrte (Leptospermum scoparium), Oleander (Nerium), Klebsame (Pittosporum) und Granatapfel (Punica granata).

Optimal sind für die Überwinterung helle Räume mit Temperaturen zwischen fünf und acht Grad Celsius. Bei mehr als 15 Grad Celsius nehmen die Pflanzen zwar keinen großen Schaden, blühen aber schlechter.

Bei Arten, deren Blüten an neuen Trieben entstehen und deshalb im Frühjahr einen Rückschnitt vertragen, sollten die infolge höherer Wintertemperaturen sehr lang gewordenen Triebe beseitigt werden. Das gilt für Orangenblume, Wollmispel, Lorbeer, Südseemyrte, Klebsame und Granatapfel. Ein kühler Stand bedingt auch eine sehr sparsame Wassergabe und gelegentliche Trockenheit des Wurzelballens ist besser, als Staunässe. Nur die Südseemyrte und der Zylinderputzer dürfen auch bei niedrigen Überwinterungstemperaturen nicht trocken werden.

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