Immobilien : Ohne „grünen Daumen“ geht es nicht Gärtner – ein Beruf mit Zukunft

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Angst vor schmutzigen Händen dürfen zukünftige Gärtner nicht haben: Sie kommen bei ihrer Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes „naturgemäß“ immer wieder mit Erde in Kontakt. Denn Gärtner sorgen nicht nur dafür, dass Blumenmärkte und Gartencenter mit Pflanzen ausreichend bestückt sind, sondern auch dafür, dass beispielsweise Parks nicht verwildern oder Bäume fachgerecht geschnitten werden. Der Beruf des Gärtners ist genau genommen eine Zusammenfassung von sieben Fachrichtungen – zwischen denen sich Interessierte entscheiden müssen: Zierpflanzenbau, Staudengärtnerei, Baumschule, Obst, Gemüse-, Garten- und Landschaftsbau sowie Friedhofsgärtnerei. „Von Anfang an absolviert man seine Lehre in einer dieser Fachrichtungen“, erklärt Walter Holbeck, Bildungsreferent im Zentralverband Gartenbau (ZVG). Im Zweifel erleichtert ein Praktikum die Wahl. Nach der Ausbildungszeit ist es aber möglich, von einem Bereich in den anderen zu wechseln.

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein guter Haupt-, besser noch Realschulabschluss, heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner. Besonders wichtig sind gute Kenntnisse in Mathematik. So muss ein Zierpflanzengärtner beispielsweise bestimmte Spritzmittelmengen errechnen können. Das A und O ist jedoch ein gutes Verständnis für die Natur – der so genannte grüne Daumen: Man muss einen besonders guten Bezug zu Pflanzen haben.

Unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung verläuft die Wissensvermittlung im Dualen Ausbildungsystem. Die angehenden Gärtner verbringen also ihre dreijährige Ausbildungszeit teils in einem Betrieb, teils in der Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.

Im ersten Ausbildungsjahr können die Auszubildenden nach Angaben des Zentralverbands Gartenbau mit Vergütungen zwischen 235 und 475 Euro monatlich rechnen. Das ist abhängig vom Alter des Azubis, vom Standort des Betriebes und von der Fachrichtung. Im zweiten Jahr gibt es in den alten Bundesländern 425 bis 570 Euro, in den neuen 335 bis 515 Euro. Die Spanne im dritten Jahr reicht von 370 bis 645 Euro.

Die Berufsaussichten für die Zeit nach der Lehre schätzen Experten als grundsätzlich gut ein. Man habe einen Fachkräftemangel, allerdings müssten die jungen Leute flexibel sein. Vor allem im Osten Deutschlands stehen die Chancen nicht allzu gut. Bei der Wahl des Fachbereichs sollte man gut überlegen, in welche fachliche Richtung man gehen will. Haben die Eltern einen eigenen gärtnerischen Betrieb, ist es vermutlich kein Problem, sich zu entscheiden.

Wer im Garten-Beruf vorankommen will, kann zwischen zwei klassischen Wegen der Weiterbildung wählen: einem Meisterkurs oder einer Fortbildung zum Techniker für Gartenbau. Letztere ermöglicht den Absolventen, sich auch für ein Studium in den Fachrichtungen Gartenbau oder Landschaftsarchitektur einzuschreiben. Voraussetzung für den Meister sind mindestens drei Jahre Berufserfahrung.

Die Fortbildung zum Techniker kann nach einjähriger Berufspraxis begonnen werden. Das bedeutet allerdings zwei Jahre Vollzeitunterricht. Meister wie Techniker können theoretisch mittlere oder größere Betriebe leiten – und die Chancen, dass sie ihr Wissen praktisch anwenden können, sind nach Ansicht von Fachleuten zurzeit sehr gut: Denn im Gartenbau steht gerade ein Generationswechsel an, so dass sich Meister und Techniker hervorragend selbstständig machen könnten." Tsp/dpa

Weiteres im Internet:

www.beruf-gaertner.de.

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