Immobilien : Orchideen fürs Zimmer

Auch in einem warmen Raum lassen sich die Hybriden zum Blühen bringen

Tassilo Wengel

Orchideen werden das ganze Jahr über im Handel als Zimmerpflanzen angeboten. Prachtvolle Blüten verlocken leicht zum Kauf. Doch nicht alle dieser exotischen Schönheiten lassen sich in warmen Wohnräumen erfolgreich weiter kultivieren und zum Blühen bringen. Deshalb sollte man die Ansprüche der angebotenen Pflanzen kennen und eine entsprechende Auswahl treffen.

Bestens für warme Räume geeignet ist die Phalaenopsis, auch „Nachtfalter-Orchidee“ genannt. Sie lässt sich über Jahre problemlos im beheizten Zimmer halten. Von dieser rund 40 Arten umfassenden Gattung werden ausnahmslos Hybriden angeboten. Lange Rispen, je nach Sorte mit Blüten in Weiß, Rosa oder Zartviolett, sind typisch für die Pflanze. Bei neueren Züchtungen sind zunehmend rein gelbe oder gelbgrundige Blüten mit schöner Zeichnung zu finden, auch purpurrote oder purpurviolett blühende Phalaenopsis sind gelegentlich zu sehen.

Moderne Hybriden der „ Nachtfalterorchidee“ haben keine bestimmte Blütezeit. Der Blütenstand erscheint, sobald ein neues Blatt fertig ist. Im Zimmer gedeihen Phalaenopsis im Halbschatten, abseits der prallen Sonne, bei gleichmäßig warmen Temperaturen.

Die empfindlichsten Teile der Pflanze sind die Herzblätter. Beim Besprühen – mit möglichst kalkfreiem Wasser – ist darauf zu achten, dass sich dort keine Fäulnis bildet. Beginnen diese Blätter zu faulen, versucht die Pflanze oft, innerhalb von sechs Wochen neben der alten eine gesunde, junge hervorzubringen. Geschieht das nicht, ist sie eingegangen. Die Blätter der alten Pflanze werden gelb und fallen ab. Umgetopft wird in der blütelosen Zeit. Das ist meist im Frühjahr oder Herbst. Die Luftwurzeln bleiben außerhalb des Topfes, nur schadhafte Stellen werden abgeschnitten.

Ganzjährig gemäßigte Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius an einem halbschattigen Platz benötigen Miltonien. Aufgrund ihrer großen, malerischen Blüten, die meist im Frühjahr erscheinen, nennt man diese Hybriden auch gelegentlich „Stiefmütterchen-Orchideen“. Meist leuchtend rot, aber auch weiß oder rosa mit schöner Zeichnung auf der Lippe ziehen sie die Blicke auf sich. Während ältere Sorten für eine Kultur auf dem Fensterbrett nur bedingt geeignet waren, werden neuere Züchtungen immer robuster und blühen gelegentlich sogar zwei Mal im Jahr. Eine gleichmäßige Ballenfeuchte, die während der Vegetationsruhe etwas verringert wird, sorgt für einen zuverlässigen Blütenansatz. Das Gleiche gilt auch für die zahlreich angebotenen Multihybriden der Miltonia mit ihren sehr schön gezeichneten Blüten in verschiedenen Farben.

Auch Paphiopedilum, besser bekannt unter den Namen Frauen- oder Venusschuh, lässt sich im gemäßigten Temperaturbereich gut kultivieren. Zu den beliebtesten Exemplaren gehören die komplexen Hybriden mit ihren langen, schmalen, einfachen grünen Blättern und meist einer einzigen, großen Blüte in warmen Farben. Die Pflanzen benötigen eine nächtliche Mindesttemperatur von 18 Grad Celsius und müssen das ganze Jahr über gleichmäßig feucht gehalten werden. Sie wachsen zwar im Winter etwas langsamer, haben aber keine echte Ruhezeit. Beim Besprühen im Sommer sollte darauf geachtet werden, dass die Herzblätter der Orchidee nicht nass werden, damit keine Fäulnis entsteht.

Häufig werden im Handel auch Cattleya-Züchtungen als Topfpflanzen angeboten. Sie lassen sich auf Dauer an einem normalen Fenster nur schwer zum Blühen bringen. Diese Orchideen benötigen, damit sie ihre Blütenpracht entfalten können, ein ausgewogenes Verhältnis von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Feuchte im Ballen. Cattleya-Hybriden stehen daher am besten in einem geschlossenen Blumenfenster, im Wintergarten oder in einem Gewächshaus, wo viel Licht, aber keine pralle Sonne herrscht, die Frischluftzufuhr und die Temperatur geregelt werden können.

Wenig bekannt, aber eine eindrucksvolle Orchidee ist Coelogyne massangeana. Sie benötigt das ganze Jahr über Temperaturen um 20 Grad Celsius. Zwei bis drei Grad weniger während der Nachtstunden begünstigt die Blütenbildung. Die cremefarbenen, bräunlichen Blütenstände erscheinen im Frühjahr aus dem jungen Neutrieb und hängen in ihrer gesamten Länge malerisch über den Topfrand. Diese attraktive Orchidee sollte deshalb zur Blütezeit in einer Ampel kultiviert werden.

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