Immobilien : Platz in Platten: Was mit den Gebäuden geschieht

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Rund 273 000 Plattenbauwohnungen entstanden zwischen 1956 und 1990 in Ostberlin. Darunter sind die größte Siedlung Deutschlands, Marzahn, mit 65 000 Wohnungen, Hohenschönhausen mit 37100 und Hellersdorf mit 42400 Wohneinheiten. Im Westteil der Stadt entstanden nach 1960 die Gropiusstadt in Neukölln (19000 Wohnungen), das Falkenberger Feld in Spandau (11 500 Wohnungen) sowie das Märkische Viertel in Reinickendorf (rund 17 000 Wohnungen). Dort gibt es kaum Leerstand, in MarzahnHellersdorf sind dagegen rund 13 Prozent der Immobilien unbewohnt. In einigen Straßen steigt diese Quote auf über 40 Prozent. Die ersten Platten wurden schon abgerissen, so ein Doppelhochhaus mit 18 beziehungsweise 21 Etagen in der Marzahner Marchwitzastraße. Zwei Türme in Hellersdorf sollen folgen.

Als besonderes Problemgebiet gilt Marzahn-Nord. Hier liegt laut Wolf Schulgen, Abteilungsleiter für Wohnungswesen beim Bausenator, der Schwerpunkt der weiteren Abrissmaßnahmen. Im Gebiet Havemannstraße sollen Wohnblöcke von elf auf zwei bis sechs Etagen zurückgebaut und einzelne Gebäude abgerissen werden. Von 2500 Wohnungen sollen 400 übrig bleiben. Rund 30 Millionen Euro investiert der Eigentümer, die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Marzahn (WBG), in Abriss und Umbau. Die Hälfte davon kommt aus öffentlichen Fördermitteln. Zukünftig, sagt Schulgen, solle es vom Senat keine Förderung mehr für Modernisierung und Instandsetzung geben. „Modernisierung muss sich rechnen – und zwar ohne öffentliche Unterstützung“, so der Abteilungsleiter, der auch für die landeseigenen Wohnungsgesellschaften zuständig ist.

Plattenbauten seien unverzichtbar, man müsse aber genau prüfen, welche marktfähig seien. „Das ist keine Frage des Baustils, sondern der Lage.“ So seien davon ebenso unsanierte Altbauten rund um das Ostkreuz im Grenzgebiet zwischen Friedrichshain und Lichtenberg betroffen. bhe

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