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Thymian gedeiht nicht nur am Mittelmeer, sondern auch hier, wenn er ein sonniges Plätzchen bekommt

Tassilo Wengel

Als Heil- und Gewürzpflanze ist der Thymian (Thymus) allgemein geschätzt. Doch er hat auch andere Qualitäten zu bieten – er ist eine recht attraktive Zierpflanze, die am Wegesrand, im Steingarten oder in zierenden Gefäßen gut zur Wirkung kommt. Und er ist auch hierzulande nicht schwer zu erhalten. Manche Arten und Sorten gibt es im Handel, umfangreichere Sortimente findet man in speziellen Staudengärtnereien.

Der Thymian ist mit rund 50 Arten vor allem auf sonnenreichen, trockenen und steinigen Standorten im Mittelmeergebiet zu Hause, kommt aber auch nördlich der Alpen auf warmen, sonnigen Standorten vor. Schon die alten Griechen und Römer nutzten den Echten Thymian (Thymus vulgaris) als Heilpflanze. Über die Alpen gelangte er im 11. Jahrhundert durch die Benediktinermönche. Die Äbtissin Hildegard von Bingen erwähnte ihn erstmals in ihrer „Physika“. Ausführlich berichtet der italienische Arzt und Botaniker Pierandrea Matthioli in seinem 1563 in Prag erschienenen „New Creuterbuch“ über dessen Heilwirkung.

Typisches Charakteristikum der Pflanze ist der aromatische Duft der Blätter, hervorgerufen durch ätherische Öle, die bis zu 50 Prozent aus Thymol bestehen. Sie sorgen für die krampflösende und desinfizierende Wirkung des Thymians, die in der Heilkunde geschätzt wird. Als sparsam verwendete Würzpflanze verbessert er nicht nur den Geschmack von Speisen, sondern sorgt außerdem für eine bessere Verdauung.

Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) wird zehn bis 40 Zentimeter hoch und hat aufrechte vierkantige Stängel, die mit bis zu zehn Zentimeter langen elliptischen Blättchen besetzt sind. Von Mai bis August erscheinen die kleinen, rosaroten Blüten in kopfförmigen Quirlen. Da der Echte Thymian nicht winterhart ist, sollte man auf andere Arten oder Sorten zurückgreifen.

Besonders empfehlenswert ist der Zitronenthymian (Thymus x citriodora), ein Naturbastard, der aus Thymus vulgaris und Thymus pulegioides hervorging. Er wurde in Südfrankreich entdeckt und ist inzwischen eine sehr beliebte Pflanze mit zahlreichen Sorten.

Er wird zehn bis 30 Zentimeter hoch, wächst aufrecht und verströmt einen zarten Zitronenduft, der beim Zerreiben der kleinen Blätter entsteht. Die blassrosafarbenen Blüten erscheinen von Juli bis August. Angeboten werden verschiedene Sorten wie ,Argenteus’ mit weißbunten und ,Aureus’ mit gelbbunten Blättern. Ein Winterschutz aus Fichtenreisig ist dennoch empfehlenswert.

Dagegen ist der Quendel oder Feldthymian (Thymus serpyllum) eine heimische Pflanze mit sehr guter Winterhärte. Sie wächst meist auf kalkarmen Sandfluren sowie in Kiefernwäldern und bildet mit ihren schlanken kriechenden Trieben flache dichte Teppiche. Die Blätter sind sehr klein, lineal-elliptisch und am Grunde bewimpert. Von Juni bis September erscheinen zahlreiche rosa-lilafarbene Blüten in Köpfchen vereint, die sich nur wenig über dem Blattteppich erheben. Von der Art gibt es zahlreiche Sorten, von denen ,Albus’ mit weißen, ,Carneus’ mit rosafarbenen oder ,Coccineus-Major’ mit tiefroten Blüten häufiger angeboten werden. Man verwendet den Quendel besonders gern im Steingarten oder in Trögen, wo die Pflanzen apart über die Steine wachsen oder über die Trogränder hängen.

Auch der Albanische Quendel (Thymus doerfleri) bleibt mit fünf Zentimetern Höhe recht niedrig. Während die Art dichte grüne Polster bildet, entwickelt sich die Sorte ,Bressingham Seedling’ zu üppigen, grauen Teppichen. Beide werden etwa fünf Zentimeter hoch und blühen von Mai bis Juni Rosa.

Eine höhere, aber sehr dankbare Art mit ausreichender Winterhärte ist der Ungarische Thymian (Thymus pannonicus). Er kommt vor allem an sonnigen und trockenen Hängen von Mittel- bis Osteuropa vor und bildet schöne Polster. Die Pflanze wird zehn bis 20 Zentimeter hoch, hat aufsteigende, im unteren Bereich verholzte Triebe und dunkelgrüne Blätter. Von Juni bis August erscheinen die endständigen, selten verzweigten Blütenstände mit roten bis rosafarbenen Einzelblüten.

Damit ist das Sortiment der gartenwürdigen Thymian-Arten und -Sorten noch lange nicht erschöpft. Zu den niedrig bleibenden Arten gehört auch der Kümmel-Thymian (Thymus herba-barona). Er bildet dichte Teppiche, die von Juni bis August über und über mit kräftig lilafarbenen Blüten bedeckt sind.

Alle Thymianpflanzen benötigen einen vollsonnigen Standort und mageren Boden. Wichtig ist vor allem die hohe Durchlässigkeit des Substrats, um Staunässe zu vermeiden. Auf solchen Böden ist auch die Gefahr von Schäden im Winter durch Nässe geringer. Es empfiehlt sich, den Standort mit Kies, Schotter oder Sand anzureichern. Ideale Pflanzplätze sind Steingärten, die auch den natürlichen Standorten der Thymian-Arten nahe kommen. Hier pflanzt man sie am besten zwischen die Fugen größerer Steine, die sie bald überwachsen. Auch für das Bepflanzen von Trögen mit gut durchlässigem Substrat eignen sich alle Thymian-Arten. Für die Wegrandbepflanzung lassen sich vor allem die Polster bildenden Arten wie der Ungarische Thymian oder der Zitronen-Thymian verwenden. Mit Ausnahme des Sand-Thymian (Thymus serpyllum) sollte man alle anderen Arten und Sorten durch Abdecken mit Fichtenreisig vor intensiver Wintersonne schützen.

Als Begleitpflanzen eignen sich Arten, die ebenfalls viel Sonne und Trockenheit wünschen. Hier bieten sich Katzenpfötchen (Antennaria dioica) an. Sie bilden silbrige Teppiche und tragen von Mai bis Juni auf drei bis zehn Zentimeter hohen Stängeln weiß-rosafarbene Blüten. Hübsche Partner können auch verschiedene kleine Nelken sein. Die Pfingstnelken (Dianthus gratianopolitanus) bilden blau bereifte und graugrüne Polster, über denen von Mai bis Juli je nach Sorte rosafarbene oder rote Blüten stehen. Sehr wirkungsvoll ist auch die Sandnelke (Dianthus arenarius) in Gemeinschaft von Thymian, eine Polsterpflanze, die ihre Blüten auf zehn bis 30 Zentimeter hohen Stängeln trägt. Sie sind weiß und erscheinen von Juni bis September.

Ideale Partner für früh blühenden Thymian sind auch niedrige Iris, die einen trockenen und heißen Standort lieben. Besonders reich ist das Farbenspiel bei den Sorten der Zwerg-Iris (Iris-Pumila-Hybride). Die Pflanzen werden je nach Sorte 15 bis 30 Zentimeter hoch und blühen von Mai bis Juni.

Bezugsquellen: Friesland Staudengarten, Uwe Knöpnadel, Husumer Weg 16, 26441 Jever-Rahrdum, Tel. 04461/ 3763 (gesamtes Sortiment im Internet unter www.friesland-staudengarten.de) und Spezialitätenzucht Jürgen Peters, Auf dem Flidd 20, 25436 Uetersen, Tel. 04122/3312.

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