Praktische Tipps : Erst eins, dann zwei, dann drei … Die eigene Vorsicht ist der beste Schutz

In der Adventszeit gibt es mehr Wohnungsbrände – auf Rauchmelder sollte niemand verzichten.

Veronica Csizi

Rund 600 Menschen kommen in Deutschland jedes Jahr bei Bränden ums Leben – die meisten von ihnen in ihren eigenen vier Wänden. Gefährlicher als das Feuer ist allerdings der Rauch: 95 Prozent der Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Der Einbau von Rauchmeldern in Neubauten, wie er in Hessen, Rheinland-Pfalz und einigen anderen Bundesländern vorgeschrieben ist, kann also buchstäblich Leben retten. In den USA, Großbritannien oder Schweden ist die Zahl der Toten aufgrund ähnlicher Maßnahmen in den vergangenen Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Sieben von zehn Opfern verunglücken nachts, wenn auch der Geruchssinn schläft. Der laute Alarm eines Rauchmelders weckt den Schlafenden rechtzeitig. Ein alter Feuerwehrspruch sagt: „Fünf Atemzüge reichen zum Sterben.“ Durch das geruchslose Kohlenmonoxid werden die Opfer eines Brandes rasch bewusstlos, und da sich Rauch schneller verbreitet als das Feuer selbst, kann ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Haus binnen kürzester Zeit zur tödlichen Falle werden. Alle zwei Minuten, rechnet der Bundesverband der Brandschutz-Fachbetriebe vor, bricht in Deutschland ein Feuer aus.

In der Weihnachtszeit ist das Risiko für Brände besonders hoch: Herunterbrennende Kerzen stehen neben trockenen Tannenzweigen, Kinder zündeln fröhlich mit Streichhölzern und Räucherstäbchen, gestresste Eltern sehen nicht aufmerksam genug hin. Brandmelder sollten deshalb in keinem Haushalt mehr fehlen: Sie erkennen mithilfe von Sensoren Rauchpartikel in der Luft und lösen, sobald eine bestimmte Konzentration erreicht ist, einen schrillen Alarm aus. Die handtellergroßen Geräte gibt es bereits zu Preisen von zehn Euro an aufwärts. Viele Experten raten, beim Kauf auf das VdS-Prüfzeichen zu achten und sich für batteriebetriebene Melder zu entscheiden: Sie funktionieren auch, wenn der Strom ausgefallen ist. Spezielle Anlagen für Schwerhörige oder Gehörlose warnen über heftige Vibrationen oder schrille Lichtsignale vor einem entstehenden Brand.

Bei guten Rauchmeldern kündigt ein lautes Signal an, dass die Batterie ausgetauscht werden muss. Außerdem haben sie einen Testknopf zum Überprüfen der Funktionstüchtigkeit. Montiert werden sie an der Decke – und zwar möglichst in der Mitte des Raumes. Als geschützt gilt ein Haus oder eine Wohnung, wenn in jedem Flur und in jedem Schlafzimmer ein Melder installiert ist. In Küche und Bad sind sie nicht zwingend nötig. Im Gegenteil: Aufsteigender Koch- oder Wasserdampf führt hier gelegentlich zu Fehlalarmen.

Verschiedene Hersteller bieten auch über Funk oder Kabel vernetzte Systeme an: Dabei piepst der Rauchmelder im Schlafzimmer unterm Dach auch, wenn unten im Keller Rauch aufsteigt.

Zwar werden Häuser heute immer solider und sicherer gebaut – Eigentümer und Mieter aber können mit ihrem Verhalten die Gefahren im Haus und im Alltag weiter minimieren. Dazu gehört, neben dem Einbau von Rauchmeldern:

Keine heiße Asche in den Mülleimer füllen; Fettbrände in der Pfanne oder der Friteuse nicht mit Wasser löschen, sondern mit Löschdecke.

Abschaltbare Steckdosen verhindern, dass Fernseher oder andere Elektrogeräte im Stand-by-Modus über Nacht zu brennen beginnen.

Eingeschaltete Bügeleisen nie unbeaufsichtigt lassen. Sollte ein Gerät in Brand geraten, zuerst den Netzstecker ziehen und dann erst mit dem Löschen beginnen.

Bei Gasgeruch im Haus sofort Fenster und Türen öffnen und für Durchzug sorgen. Jeden Funken vermeiden, kein elektrisches Gerät bedienen und den Haupthahn an der Gasleitung schließen.

Keinen überflüssigen Sperrmüll auf dem Dachboden oder im Keller stapeln. Im Falle eines Falles sind alte Möbel, Tapetenrollen oder anderer Krempel ein gefundenes Fressen für die Flammen.

Alte Farben, Lacke, Verdünnungen gehören in den Sondermüll. Sie sind häufig besonders leicht entflammbar und können aus einem kleinen Brand rasch einen großen machen.

Möbel, Kinderwagen oder Fahrräder gehören nicht in den Treppenaufgang. Er muss als Flucht- und Rettungsweg frei gehalten werden. Auch Dachausstiege müssen frei und sicher begehbar sein.

In Heizungsräumen sollte ein Feuer löscher jederzeit griffbereit (und funktionstüchtig) sein. moc

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