Immobilien : Preise für Wohnimmobilien 2012 gestiegen

Baugeld ist billig wie nie, der Wohnraum gerade in den Metropolen knapp, und die Skepsis gegenüber alternativen Kapitalanlagen groß: Die Nachfrage nach Immobilien hat die Preise 2012 im zweiten Jahr in Folge klettern lassen. Ein Ende des Runs auf Wohnraum ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Nach einer Studie der Feri Euro Rating Services setzt sich der Preisauftrieb bis mindestens 2015 fort. Demnach verteuern sich Eigentumswohnungen in den kommenden drei Jahren etwa in Hamburg um fast 16 Prozent, in München um 11, in Stuttgart um knapp 10 und in Frankfurt oder Berlin um 8 Prozent.

Überangebote am Wohnungsmarkt sieht Feri hingegen in ostdeutschen Städten wie Chemnitz, aber auch etwa in Saarbrücken oder Oberhausen.

Nach Berechnungen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) war selbstgenutztes Wohneigentum in Deutschland im dritten Quartal im Schnitt 4,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die große Nachfrage nach Immobilien habe vor allem in den Städten die Preise nach oben getrieben.

Die inzwischen deutlich vernehmbaren Warnungen vor einer Preisblase hält die Deutsche Bundesbank noch für unbegründet, auch wenn sie die Entwicklung am Markt für Häuser und Wohnungen mit Sorge beobachtet. Denn Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass es gerade in einem Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen könne, hatte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret unlängst gesagt. Dabei hatte er aber betont: „Wir sehen im Moment keine Übertreibungen im deutschen Immobilienmarkt, auch nicht in den Ballungszentren.“

Obwohl die Immobilienpreise auf breiter Front gestiegen sind, geben die Menschen in Deutschland heute nur einen unwesentlich größeren Teil ihres Einkommens für die eigenen vier Wände aus als 2009, betont der vdp: „Eigenheimerwerber investieren durchschnittlich das 5,7-Fache ihres Jahresnettoeinkommens in ihre Wohnimmobilie. 2009 war es das 5,6-Fache.“ dpa

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