RATSCHLÄGE FÜR BAUHERREN : An verblendeten Wänden hält sich kein Vogel

Ideal ist es, schon vor Beginn der Arbeiten an einer Fassadendämmung den Spechtschutz einzuplanen. Katrin Koch vom Berliner Naturschutzbund rät Bauherren, sich von den Bauhandwerkern regional geeignete Materialien empfehlen zu lassen – je nachdem, ob mit Buntspechten oder anderen Fassadenbrütern zu rechnen ist. Auch die Fachberater in den Baumärkten und Baustoffhandlungen sollte man zu Rate ziehen; wenn die es selbst nicht wissen, haben sie doch den direkten Draht zu den Herstellern. „Spechtschutz ist eine Sache der Produzenten“, sagt Katrin Koch kurz und bündig. Der Berliner Naturschutzbund gibt Hinweise über seine Internetseite: www.nabu-berlin.de

Ratschläge gibt auch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Internet (stadtentwicklung.berlin.de)

unter dem Stichwort „Artenschutz“ – dort sind Ansprechpartner benannt.

Generell ist neben der Auswahl von regional geeigneten Dämmmaterialien auch die Entscheidung für die richtige Oberfläche wichtig. Dickputzsysteme gelten zwar als weniger anfällig als die preiswerteren Dünnschichtputze, bieten jedoch auch keinen 100-prozentigen Schutz vor Buntspechten.

Ideal sind Ziegelverblender oder glatte Fassadenverblendungen, an denen sich kein Specht halten kann. Ist nur

mineralischer Putz als Wetterschutz möglich, dann sollte er vor allem an den Kanten so glatt wie irgend möglich aufgetragen werden. Dekorative Putze wie Kellenstrich, Kratzputz oder Münchener Rauputz verbieten sich dabei von selbst.

Und eine Fehlerquelle sollte man auch bedenken, rät Katrin Koch: „Man muss die Gerüstbauer verpflichten, beim Abbau die Hakenlöcher, die sie zur Sicherung einschlagen mussten, ganz glatt gestrichen zu reparieren. Denn bleibt ein raues Stück an der Fassade zurück, sitzt im Handumdrehen ein Buntspecht drauf.“ kdv

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