Immobilien : Robust, immergrün und mühelos formbar

Bereits die alten Römer und Griechen kannten Buchsbaum. Der Star unter den Gehölzen passt sich fast jedem Standort an

Helga Daberkow

Ein Garten ohne Buchsbaum ist für viele Menschen kaum denkbar. Kugeln, Kegel und Säulen grünen in Töpfen und Kübeln, Buchsbaum-Hecken umrahmen viele Beete. Streng geschnitten, fügt sich Buchsbaum in minimalistische Grünräume, historische Anlagen, traditionelle Bauerngärten und ungeschnitten sogar in Naturgärten ein. Anpassungsfähig an fast jeden Standort, robust, immergrün, wuchsfreudig, schnittfest und mühelos formbar – all das ist der Star unter den Gehölzen, und das schon seit Jahrtausenden.

Der Römer Plinius der Jüngere schwärmte im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt vom Buchsbaum in seinem Garten in der Toskana. In einem seiner Briefe ist zu erfahren, dass der Strauch auf der obersten Gartenterrasse runde, eckige und geschweifte Beete einfasste. Auf den folgenden Terrassen erfreuten aus Buchsbaum geschnittene Figuren das Auge. Am Ende des Gartens schließlich verdeckte stufenförmig geschnittener Buchs die Gartenmauer, so dass Garten und Landschaft optisch ineinander übergingen.

Plinius und seine Zeitgenossen nannten den immergrünen Strauch Buxus – und so heißt er bis heute weltweit botanisch korrekt. Die alten Griechen sprachen dagegen von Pyxos, und mit Pyxis bezeichneten sie kleine zylinderförmige Behältnisse, die aus dem besonders harten Holz des Baumes gedrechselt wurden. „Büchse“ und das englische Wort Box leiten sich davon ab. Auch zu Flöten wurde das harte, feine Holz verarbeitet, zu Werkzeugen und kultischen Geräten. Noch heute leisten sich manche Pfeifenraucher teure Pfeifenköpfe aus Buchsbaumholz. Nachhaltig zu spüren bekommen Verliebte die Härte des Holzes, denn Liebesgott Amor schnitzt der Legende nach seine Pfeile daraus und überwindet so auch Herzen, die sich mit aller Kraft gegen die Liebe wehren. Den Römern galt Buchs daher als Symbol des Liebesschmerzes und der Liebe über den Tod hinaus. Im christlichen Glauben wurde er mit seinem immergrünen Laub zum Attribut Marias, zum Sinnbild der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens durch das Leiden Jesu Christi.

In allen Teilen giftig

Das Mittelalter nutzte Buchsbaum-Extrakte bei Zahnschmerzen, gegen Epilepsie und als Wurmmittel. Heute ist bekannt, dass in allen Teilen der Pflanze das Gift Buxin enthalten ist, das zu Erbrechen, Krämpfen, Durchfall und Atemlähmung führen kann. Folglich hat der Strauch nur noch in der Homöopathie medizinische Bedeutung. Bei Tieren wirkt das Gift stärker als beim Menschen. Bereits fünf Gramm der Blätter pro Kilogramm Körpergewicht sollen für Hunde gefährlich werden.

Buchs ist jedoch keineswegs gleich Buchs. Mehr als 40 Sorten vom heimischen oder mediterranen Buxus sempervirens und seinem Verwandten Buxus microphylla aus Fernost sind bekannt. Etwa 20 bekommt man in Spezialbaumschulen. Neben den dunkelgrünen Sorten findet man den schönen blaugrünen ,Blauer Heinz‘. ,Elegantissmia‘ fällt durch einen weißen Rand auf, ,Aureovariegata‘ zeigt gelb-grün gefleckte Blätter. Schön rund entwickeln sich die Blätter von ,Rotundifolia‘. Schmal und länglich bedecken sie dagegen bei der Sorte ,Schwetzingen‘ die Zweige.

Am stärksten unterscheiden sich die Sorten durch ihre Wuchsstärke. Daher sollte berücksichtigt werden, welchen Zweck der Buchsbaum erfüllen soll – anderenfalls muss öfter geschnitten werden als nötig.

Als niedrige Bodendecker eignen sich die flach und nestförmig wachsenden Sorten ,Herrenhausen‘ oder ,Vadar Valley‘. Niedrige Hecken werden am besten aus ,Suffruticosa‘ oder ,Blauer Heinz‘ herangezogen.

Ihre Höhe erreicht auch ohne Schnitt kaum mehr als 40 Zentimeter. Für niedrigere Figuren bietet sich die mittelstark wachsende Sorte ,Faulkner‘ an. Starkwüchsig sind dagegen Sorten wie ,Microphylla‘, ,Globosa‘, ,Rotundifolia‘, ,Arbores-cens‘ und ,Handsworthiensis‘.

Die Suche nach dem richtigen Standort bereitet kaum Probleme. Die natürliche Verbreitung von Buxus sempervirens reicht vom Mittelmeer und Südwesteuropa über die Alpen bis ins Oberrheingebiet und an die Mosel. Er kommt daher gut mit unserem Klima zurecht. Ähnlich sieht es bei Buxus microphylla aus. Nur auf den Schnittzeitpunkt sollte bei beiden Sorten geachtet werden, wenn sie in rauen Regionen wachsen.

Während im milden Klima vom Austrieb bis in den Frühherbst geschnitten werden kann, sollte er in Zonen mit kräftigem Frost nur von Mitte Mai bis Anfang Juni erfolgen. Die sich danach entwickelnden Triebe haben dann ausreichend Zeit, bis zum Winter voll auszureifen.

Buchs mag helle, warme Standorte. Der Boden darf sandig, kiesig, schottrig oder tonhaltig sein. Ein frischer Boden behagt ihm am meisten, aber auch mit trockeneren Böden kommt er noch gut zurecht. dpa / gms

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