Immobilien : Robust und immergrün

Die Zwergmispel kriecht mit ihren reich verästelten Zweigen in unterschiedlicher Wuchshöhe über Erde und Steine

Tassilo Wengel

Ein typisches Merkmal der robusten Zwergmispel, häufig unter dem botanischen Gattungsnamen Cotoneaster bekannt, ist deren eigenartige Wuchsform. Mit ihren fischgrätenartig wachsenden Zweigen kriecht die Pflanze in unterschiedlicher Wuchshöhe über Erde und Steine. Die rund 50 Zwergmispel-Arten zeichnen sich durch eine große Formenvielfalt aus. Immergrüne Arten mit mehr oder weniger kriechendem Wuchs (C. dammeri, C. radicans und C. sargentii und ihre Sorten) werden häufig als Bodendecker in Parkanlagen, Steingärten oder auch auf Gräbern verwendet.

Cotoneaster gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Von den zahlreichen Arten sind die meisten im Himalaja, die übrigen in anderen Gebirgen Asiens, Europas und Nordafrikas beheimatet. Viele Arten, und vor allem die Zuchtformen eignen sich als Zierpflanzen, besonders für kleine Gärten. Der botanische Name leitet sich vom griechischen kotoneon für Quittenbaum ab. Die Silbe aster (ähnlich) wurde angehängt, weil die (giftigen) Früchte des Gehölzes in ihrer Form an winzige Quitten erinnern.

Aus den Gebirgen von Sichuan und West-Hupeh kommt die Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis). Sie wurde bereits 1877 beschrieben und gehört zu den vielseitig verwendbaren Arten dieser Pflanzengattung. Dieser sommer- bis wintergrüne Strauch wird bis zu einem Meter hoch und bildet leicht ansteigende bis horizontal wachsende Äste. Pflanzt man ihn vor Mauern, schieben sich die Zweige hoch und können sich dabei bis zu zwei Metern ausbreiten. Die kleinen rundlichen Blätter sind glänzend dunkelgrün und färben sich im Herbst prächtig orange bis scharlachrot. Im Juni erscheinen kleine weiße bis rötliche Blüten, die für Bienen gute Nektar- und Pollenspender sind. Auffälliger als die Blüten sind die zahlreichen leuchtend roten Früchte. Sie bleiben lange an der Pflanze haften und sind beliebte Nahrung von Rotkehlchen und Grünfinken. Mit 30 Zentimetern Wuchshöhe ist die Sorte ,Saxatilis‘ zwar sehr viel niedriger als die Art, wird aber dafür doppelt so breit. Die Fächer-Zwergmispel ist für sonnige bis halbschattige Lagen geeignet und stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche.

Auch die Kleinblättrige Zwergmispel (Cotoneaster microphyllus) kommt aus China, wo sie vor allem in der Nadelwaldstufe wächst. Während die Wildform etwa einen Meter hoch wird, bleibt die häufig kultivierte Sorte ,Cochleatus‘ recht niedrig. Dabei schmiegt sie sich vorwiegend an den Boden an und erreicht maximal eine Höhe von 30 Zentimetern. Die Zweige sind dicht mit immergrünen, kleinen, länglichen bis verkehrt-eiförmigen Blättern besetzt. Von Mai bis Juni erscheinen kleine weiße Blüten mit purpurfarbenen Staubgefäßen. Ihnen folgen recht zahlreich kugelige, leuchtend rote Früchte bis sechs Millimeter Durchmesser.

Da die Spitzen der Zweige im Bogen nach unten gekrümmt wachsen, bewurzeln sie sich leicht. Auf diese Weise, vermehrt sich die Pflanze selbst. Die Kleinblättrige Zwergmispel ist hitzeverträglich und wärmeliebend. Der Boden sollte sandig bis sandig-humos und nicht zu schwer sein.

Die Nashan-Zwergmispel (Cotoneaster praecox) ist ein sommergrüner, sparrig verzweigter Strauch von 50 bis 80 Zentimetern Höhe. Die Zweige können bis einen Meter Länge erreichen und sind entweder leicht gebogen oder liegen auf dem Boden. Sehr dekorativ sind die dunkelgrünen, stark gewellten rundlichen Blätter. Sie färben sich im Herbst leuchtend braunrot, bleiben allerdings nicht lange an den Zweigen. Von Mai bis Juni schmückt sich die Pflanze mit zahlreichen großen, rosafarbenen Blüten, denen bereits im August orangerote Früchte folgen. Sie reifen schnell und fallen bald ab. Sonnige bis halbschattige Lagen und jeder normale Gartenboden genügen, denn diese Art ist recht anspruchslos.

Vor allem in den Hochlagen der Gebirge wächst die Spalier-Zwergmispel (Cotoneaster adpressus). Dieser schwachwüchsige, kriechende Strauch von maximal 25 Zentimeter Höhe bildet an den niederliegenden, fächerartig verzweigten Trieben im Frühjahr hellgrüne Blätter mit welligem Rand, die im Herbst eine weinrote Farbe annehmen. Von Mai bis Juni erscheinen die rötlichen Blüten, aus denen sich ovale Früchte bilden, die sich ab September rot färben. Eine Miniausgabe der Art ist die Sorte ,Little Gem‘, die in allen Teilen kleiner ist und sich ausgezeichnet zum Bepflanzen von kleineren Schalen oder Balkonkästen eignet. Die Spalier-Zwergmispel liebt viel Sonne und gedeiht gut auf sandig-humosen und sandig-lehmigen Böden.

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