Immobilien : Rostiges Blechle

Was muss passieren, wenn sich Bitumenkorrosion auf dem Dach breitmacht?

WAS STEHT INS HAUS?

Wir sind Eigentümer eines Altberliner Mietshauses und haben das Dach vor sechs Jahren neu decken lassen. Die flach geneigte Dachfläche erhielt eine neue Bitumendachabdichtung. Die schrägen Dächer wurden mit Dachziegeln eingedeckt. Bei der jährlichen Inspektion ist uns aufgefallen, dass die Zinkbleche teilweise Rostfahnen haben, wodurch die Dachziegel auch mit verschmutzt wurden. Ein Dachdecker beurteilte es als Bitumenkorrosion und riet, die Zinkbleche teilweise zu erneuern und danach vollständig zu streichen. Was ist Bitumenkorrosion, und welchen Schutz gibt es?

WAS STEHT IM GESETZ?

Als Bitumenkorrosion wird ein Schadensvorgang bezeichnet, bei dem stark saure Abbauprodukte von ungeschützten bituminösen Baustoffen, infolge Bewitterung und UV-Strahlung bei Niederschlägen, auf ungeschützten Metallflächen ablaufen und dort Korrosionsschäden verursachen. Da diese Schadensart bereits Jahrzehnte bekannt ist, sind nach den Fachregeln des Klempnerhandwerks auch Schutzmaßnahmen für die in Fließrichtung des Tagwassers angeordneten Metalle erforderlich. Besonders gefährdet sind An- und Abschlüsse an Dächern, Traufbleche, Dachrinnen und Regenfallleitungen. Bitumenkorrosion tritt relativ schnell auf, nachdem die Handwerksleistung abgeschlossen ist. Sie wird durch flächig gelbbraune Fließspuren und Rostfahnen auf ungeschützten Metalloberflächen sichtbar. Dadurch werden Metalloberflächen zusätzlich optisch beeinträchtigt. Die im Regenwasser mitgeführten Abbauprodukte des Bitumens können an besonderen Bauteilen von Regenfallleitungen in kurzer Zeit zu Durchrostungen führen. Sind Dachbahnen durch weitere Schichten abgedeckt und geschützt, ist der Schadensverlauf weitestgehend unterbunden. Handelsübliche Dachbahnbesplittungen schützen nicht ausreichend, damit bei Bewitterung keine Bitumenabbauprodukte entstehen. Nach den anerkannten Regeln der Technik sind, bis auf Edelstahlprodukte, bei allen anderen gängigen Metallarten Schutzanstriche entweder empfehlenswert oder zwingend erforderlich.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Nach den anerkannten Regeln der Technik hätte Ihre damals bauausführende Dachdeckerfirma die neu zu montierenden Zinkbleche mit einem Schutzanstrich versehen müssen. Gleiches trifft für die Bestandteile der Regenentwässerungsleitung zu. Es liegt somit ein handwerklicher Ausführungsmangel vor. Hatten Sie einen bauleitenden Architekt beauftragt, die Dacharbeiten technisch zu überwachen, hätte auch er diesen Fehler bemerken müssen. Um den Mangel zu beseitigen, sind die korrodierten Bleche auszutauschen und die neuen Bleche vor dem Einbau mit einem Schutzanstrich zu versehen. Die erstmalig zu beschichtenden vorhandenen Bleche müssen nicht zwangsläufig ausgebaut werden, um alle Risikobereiche der Bleche ausreichend zu schützen, weil die Anstriche ebenfalls verwittern und turnusmäßig erneuert werden müssen.

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