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Schluss mit dem Bordsteinparken : Autoschutz aus einem Guss

15.12.2012 00:00 UhrVon Stefan Weißenborn
Offene Lösung. Der Carport schützt das Auto gut vor jeder Witterung. Als Stauraum für Fahrräder oder Gartengeräte taugt er kaum. Foto: dpa-tmn/Beton KemmlerBild vergrößern
Offene Lösung. Der Carport schützt das Auto gut vor jeder Witterung. Als Stauraum für Fahrräder oder Gartengeräte taugt er kaum. - Foto: dpa-tmn/Beton Kemmler

Eine Fertiggarage bietet viele Vorteile. Ist der Wagen sicher abgestellt, gibt es auch vom Versicherer einen Rabatt.

In vielen Großstädten ist ein überdachter Stellplatz für das Auto Luxus. Doch je näher man den Stadtgrenzen kommt, desto häufiger gibt es die schützenden Häuschen für den Pkw. Auch das Angebot an Fertiggaragen ist groß. Komplettlösungen gibt es aus Beton, Stahl, Blech oder Holz. Es gibt sie als graue Einheitsware und als Designverschlag, für Pkw wie für Wohnmobile. Und es gibt Hang- oder Duplex-Garagen, in denen Fahrzeuge übereinander parken können, sowie offene Carports, die ein Dach über dem Auto bieten, beim Diebstahlschutz aber kaum punkten.

Einer der gängigsten und günstigsten Typen ist die Fertiggarage mit einem Stellplatz.

Sie wird meist aus Stahl oder Stahlbeton konstruiert und ist günstiger als gemauerte Varianten. Dazu bietet sie wegen der dünneren Wände mehr Nutzfläche auf gleicher Grundfläche. „Der gängigste Typ ist eine Garage von 3 mal 6 Metern, die bei uns 2,6 Meter hoch ist“, sagt Herbert Fischer, Abteilungsleiter bei der Tübinger Firma Beton Kemmler: „Ein VW Bus passt da noch rein.“ Rund 6000 Euro inklusive Steuern und Montage kostet dieser Garagentyp. Angeliefert wird per Schwertransport, ein Kran setzt die mehrere Tonnen schweren Teile vor Ort ab. Für ein Fundament sollten noch einmal rund 1500 Euro angesetzt werden.

Kostengünstiger sind einfache Stahlgaragen, wie sie etwa die Hamburger Firma Stahlbox Fertiggaragen mit Einstiegspreisen ab 2000 Euro im Programm hat. Wärmegedämmte Varianten kosten mindestens das Dreifache. Günstiger sind nur einfachste Blechgaragen. Einen Überblick bietet Beton Kemmler mit der nach eigenen Angaben „größten dauerhaften Garagenausstellung in Deutschland“ im Tübinger Stadtteil Hirschau.

Der Käufer sollte neben einer ausführlichen Beratung vom Fachhändler vor Vertragsabschluss eine Bauzeichnung und eine detaillierte Angebotskalkulation verlangen, rät Ludwig Tredup, Geschäftsführer bei Stahlbox. Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, sei abhängig von Größe und Standort der Garage. Genehmigungen erteilen die Bauämter. Vorsicht ist gefragt bei Lockangeboten, etwa aus „geplatzten Großaufträgen“: „Kein Anbieter hat Garagen auf Lager, sie werden immer auf Kundenwunsch gefertigt.“

Bei der Anschaffung Wärmeschutz und Sicherheit beachten

Einer dieser Wünsche betrifft die Ästhetik. Massiv gemauerte Garagen werden oft beim Bau eines Hauses gleich mit errichtet und harmonieren optisch mit dem neuen Heim. Fertiggaragen wirken dagegen schnell wie ein Fremdkörper. „Durch passenden Putz an den Außenwänden können wir das aber ausgleichen“, sagt Fischer. Mit dem kPort hat die Tübinger Firma eine preisgekrönte Garage entwickelt, im Februar gewann sie den „iF product design award“. Als Baukastensystem können Wand-, Decken- und Rahmenmodule zusammengesetzt werden. Die Preise beginnen bei etwa 9000 Euro, ein einfacher Carport kostet ab rund 5000 Euro.

Eine der häufigsten Kundenfragen ist laut Fischer aber: „Soll der Stellplatz offen oder geschlossen sein?“ Garagen taugen bei genügender Isolierung von Wänden und Tor auch als Hobby- oder Abstellraum und schützen das Auto bei guter Belüftung vor Feuchtigkeit sowie den Raum vor Schimmel und Flechten. Carports dagegen könnten als überdachter Hof oder Spielfläche dienen. Wer beides wolle, für den gebe es auch die Kombination aus Carport und geschlossenem Raum. Allein Doppelgaragen mit einem durchgängigen Tor und Seitentür kosten jedoch schon mindestens rund 18 000 Euro. Mit weiterem Zubehör wie Fenstern oder Rolltoren, die für bequemes Einparken in engen Zufahrten sorgen, sind schnell 60 000 Euro verplant. Laut Tüv Süd sind Roll- oder sogenannte Sektionaltore heute am beliebtesten. Sie sind platzsparender als herkömmliche Schwingtore, da sie senkrecht nach oben öffnen.

Bei der Anschaffung sollte man auf die Temperaturdurchlässigkeit achten, rät Tüv-Experte Zacharias Rakatzis. Der Wärmeschutz sei dann wichtig, wenn die Garage als Hobbyraum oder Werkstatt im Winter möglichst wenig auskühlen soll. Die Normen ISO 9, ISO 20 oder ISO 40 geben die Dicke der Isolierung in Millimetern an. „Voraussetzung für eine Zertifizierung ist bei elektrischen Toren, dass sie einen Lastwechsel erkennen“, sagt Rakatzis. Droht etwa ein Kind sich einzuklemmen, muss die Antriebssteuerung das Tor sofort wieder öffnen.

Außerdem gut zu wissen: „Die meisten Versicherer bieten Rabatte für Garagenbesitzer an, da das Schadensrisiko durch Diebstahl oder Hagel deutlich gesenkt wird“, sagt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ein klarer Vorteil also gegenüber Bordsteinparkern.

(dpa)

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