Immobilien : Schmückende Hundszähne

Die Form seiner Zwiebel gab dem zierlichen, aparten Frühlingsblüher den seltsamen Namen

Tassilo Wengel

Zu den Schmuckstücken für schattige Plätze im Garten gehört Erythronium. Das Liliengewächs ist unter dem etwas seltsamen Namen Hundszahn bekannt. Dabei hätte dieser zierliche Frühlingsblüher, dessen Blüten von langen, schlanken Stielen getragen werden und die wie über dem Laub zu schweben scheinen, einen wohl klingenderen Namen verdient. Zu der volkstümlichen Bezeichnung kamen die aparten Blumen wegen der Form ihrer kleinen Zwiebeln. Sie ähneln den Eckzähnen eines Hundes. In anderen Ländern heißt der Hundszahn mit seinen oft interessant marmorierten Blättern denn auch Forellen- oder Gletscherlilie.

Pflanzzeit für alle Erythronium-Arten und ihre Sorten ist der Frühherbst. Da die Zwiebeln keine Schutzhülle haben, können sie austrocknen. Deshalb sollten die Zwiebeln sofort nach dem Kauf gepflanzt werden. Ist das nicht möglich, können sie in feuchtem Torfmull gelagert werden. Die Pflanztiefe richtet sich nach der Größe der Zwiebeln.

Während die Kultur der Wildarten nicht immer problemlos ist, wachsen die Sorten gut. Erythronium benötigt einen frischen bis zeitweise feuchten, tiefgründigen, humusreichen Boden, der allerdings ausreichend durchlässig sein muss. Die Pflanzen gedeihen im lichten Schatten unter Laubgehölzen, die zur Blütezeit noch keine Blätter haben und den Pflanzen den vollen Lichtgenuss ermöglichen. In Gesellschaft von klein bleibenden Rhododendren oder in einem Teppich von Scheinbeeren (Gaultheria), niedrigen Farnen, Seefeder (Blechnum penna-marina) und Zwergastilben (Astilbe x crispa) kommen sie besonders gut zur Wirkung.

Zur Gattung Erythronium gehören 15 Arten, die vor allem auf dem nordamerikanischen Kontinent beheimatet sind. Als einzige Art kommt Erythronium dens-canis von Europa bis Japan vor. Diese Hundszahn-Art bildet von März bis April zwei grundständige, blaugrün-bräunlich gefärbte Blätter mit hellgrünen Flecken. Zur gleichen Zeit wie die Blätter erscheinen auf zehn Zentimeter hohen Stängeln die rosavioletten Blüten mit großen, zurückgeschlagenen Blütenblättern (Perigonblättern) und weit herausragenden Staubgefäßen. Neben der Art sind vor allem einige schöne Sorten wie ,Lilac Wonder‘ (hellpurpurn), ,Pink Perfection‘ (zartrosa), ,Rose Beauty‘ (dunkelrosa) und ,White Splendor‘ (weiß) im Handel.

Aus dem östlichen Nordamerika stammt Erythronium americanum. Diese Art mit länglichen hellgrünen Blättern hat blass- bis kräftig gelb gefärbte Blüten, oft mit einem leicht rötlichen Schein. Sie erscheinen von April bis Mai einzeln an zehn bis 20 Zentimeter hohen Stängeln. Durch die spitz auslaufenden, etwas rückwärts gebogenen Blütenblätter entstehen die zart duftenden, zwei bis sieben Zentimeter großen nickenden Blüten.

Aus Kalifornien kommen drei dekorative Arten. Der Großblütige Hundszahn (Erythronium grandiflorum) wächst dort in den Bergwäldern in Höhen von bis zu 2000 Metern. Von Ende April bis Mai entfalten sich große grüne Blätter sowie ein etwa 30 Zentimeter hoher Blütenstiel mit jeweils nur einer großen reingelben Blüte. Sie erinnert in ihrer Form an die zierliche Türkenbundlilie.

Die zweite kalifornische Art ist Erythronium toulumnense. Mit seinen leuchtend goldgelben Blüten auf 30 bis 40 Zentimeter hohen Stängeln ist dieser Hundszahn ein besonderer Blickfang. Da die Pflanzen reichlich Brutzwiebeln bilden, entwickeln sich in wenigen Jahren im Garten große Horste.

Schließlich soll noch Erythronium revolutum erwähnt werden. Diese Art kommt nicht nur in Kalifonien vor, sondern ist auch in Oregon beheimatet. Die Blüten – von cremefarben bis purpurrosa – haben einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Sie erscheinen von Mai bis Juni auf 30 Zentimeter hohen Stielen. Ähnlich wie das Alpenveilchen haben sie elegant zurückgebogene Blätter.

Aus Erythronium toulumnense, aber auch aus Erythronium revolutum entstanden mehrere Sorten, die mit einer interessanten Farbenpalette sowohl bei der Blüte als auch bei den Blättern aufwarten können. Besonders robust und weit verbreitet ist die Sorte ,Pagode‘, die von E. tuolumnense abstammt. Sie hat grüne, bronzefarben marmorierte Blätter und trägt auf 25 bis 30 Zentimeter hohen Stängeln vier bis fünf große schwefelgelbe Blüten. Beim Aufblühen befindet sich im Zentrum der Blüte ein bräunlicher Ring, der allmählich verblasst. Groß, aber rosafarben sind auch die Blüten von ,Pink Beauty‘ , die durch ihre schön gezeichneten Blätter auffällt. Als eine der schönsten Sorten gilt ,White Beauty‘. Ihre weißen Blüten sind in der Mitte zartgelb gefärbt. Eine besondere Zierde ist die feine, braune Zeichnung in der Blütenmitte.

Damit sich ansehnliche Kolonien mit zahlreichen Blüten bilden, lässt man die Pflanzen möglichst lange ungestört am gleichen Standort wachsen.

Bezugsquelle: Albrecht Hoch, Potsdamer Straße 40, 14163 Berlin-Zehlendorf, Telefon: 030 / 802 62 51, Fax: 030 / 802 62 22.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben