Immobilien : Schützenswert: Stipa pulcherrima

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Freiland. Weder prachtvolle, farbenfrohe Blüten noch exotische Früchte zieren diesmal die vom Botanischen Garten ausgewählte „Pflanze der Woche“. Das Gelbscheidige Federgras (Stipa pulcherrima) ist eher etwas für Menschen, die das leichte Rauschen dieser zart wirkenden Gräser im Sommerwind genießen.

Dieses Ziergras ist eine von circa 300 Arten der Gattung Stipa. Es gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist vor allem auf Böden zu finden, die Fachleute als Trocken und Halbtrockenrasen bezeichnen.. Sowohl in Europa als auch in Westasien ist die Federgrasart auf diesen steppenartigen, stickstoffarmen, schwach basischen Flächen in Flach- und Hügellandschaften verbreitet. In Deutschland gilt Stipa pulcherrima allerdings als stark gefährdet und wird besonders geschützt, da es von nicht heimischen Arten immer mehr verdrängt wird. Da auch die Magerrasenflächen immer mehr verschwinden, fehlt dem Gras der natürliche Lebensraum.

Auf dem Gartengelände ist Stipa pulcherrima ihrem heimischen Standort entsprechend in der Steppenlandschaft des Bereichs Vorderasien der Pflanzengeografischen Abteilung zu finden. Wegen der geringen Größe der verfügbaren Fläche kann allerdings nicht der Eindruck vermittelt werden, den eine natürliche Federgrassteppe bieten würde. Doch das etwa 50 Zentimeter hohe Rasen bildende Gras ist nicht zu übersehen mit seinen schmalen, nur vier Millimeter breiten, flachen rispenartigen Blättern. Zurzeit blüht es und zeigt kleine Ähren, die mit federig behaarten Grannen versehen sind. Insekten kann man an dem Gelbscheidigen Federgras nicht beobachten, denn für die Bestäubung ist der Wind zuständig.

Neben der ausgewählten Art gibt es zwei weitere, die bei uns heimisch sind, und zwar das Pfriemengras (Stipa capillata) und das Federgras (Stipa pennata). W.H.

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