Immobilien : Schutz und Zierde

Hecken aus Laub- oder Nadelgehölzen haben gegenüber kahlen Zäunen etliche Vorzüge

Tassilo Wengel

Immergrüne Hecken haben gegenüber Zäunen etliche Vorzüge. Sie schützen vor neugierigen Blicken, wirken als Staubfilter und als Lärm- und Windschutz. Außerdem bilden sie einen schönen Hintergrund für Staudenrabatten und sind eine geeignete Begrenzung für lauschige Plätzchen im Garten. Niedrige Hecken werden gerne als schmückende Gestaltungselemente eingesetzt, sei es zur Einfassung von Beeten oder zur Herstellung dekorativer Ornamente.

Als dicht- und schnell wachsendes Gehölz ist die Bastardzypresse oder Leylandzypresse (x Cupressocyparis leylandii) ideal für Hecken über 150 Zentimeter Höhe. Von dieser Hybride mit frischgrünen Nadeln gibt es einige bemerkenswerte Sorten. ,Castlewellan Gold‘ hat einen kräftigen Wuchs, allerdings nicht so stark wie x C. leylandii. Die Blätter bei jungen Pflanzen dieser Sorte sind goldgelb, später bronzegrün gefärbt. Die Leylandzypresse und von ihr abstammende Züchtungen sind sehr anspruchslos und lassen sich durch Schnitt gut als hohe Formhecke verwenden.

Dicht verzweigt

Besonders auf trockenen Böden gedeiht der Lebensbaum (Thuja occidentalis). Er zeichnet sich durch Robustheit und Winterhärte aus. Für Hecken empfiehlt sich die sehr dicht verzweigte Sorte ,Brabant‘ mit frischgrünem Laub, auch Frieslandia bildet schnell eine schöne grüne dichte Hecke. Zu einer glänzend grünen Säule wächst die Sorte ,Melonyana‘ heran, und wer ,Sunkist‘ pflanzt, hat eine dicht wachsende, goldgelbe, im Winter grünlich-gelbe Begrenzung.

Schließlich gehören auch Scheinzypressen zu den häufig verwendeten Heckenpflanzen. Wichtigste Art ist die Lawson-Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), von der vor allem Sorten für den Garten Bedeutung haben. Häufig angeboten wird ,Alumii‘, eine graublaue Pflanze mit säulenförmigem Wuchs. Sie ist leicht zu vermehren und daher oft sehr preiswert im Angebot. Hält man sie durch einen regelmäßigen Schnitt auf zwei Meter Höhe, lassen sich schöne und dichte Hecken schaffen. Mehr Aufwand in der Pflege erfordern gelbnadelige Sorten wie ,Golden Wonder‘ oder ,Golden Triumph‘. Beide werden recht breit und müssen durch häufigen Schnitt in Form gehalten werden.

Während alle genannten Nadelgehölze vor allem Sonne lieben, empfiehlt sich für schattige Standorte die Eibe (Taxus baccata). Mit dieser Art lassen sich dichte, dunkelgrüne Hecken über 150 Zentimeter Höhe erzielen. Wer eine niedrige Sorte sucht, sollte die Japanische Eibe (Taxus cuspidata) in Betracht ziehen. Sie hat frischgrüne Nadeln und ist sehr frosthart.

Einen ebenfalls dekorativen Anblick bieten immergrüne Laubgehölze. Als Paradebeispiel dafür soll der wintergrüne Liguster (Ligustrum vulgare ,Atrovirens‘) genannt werden, der wegen seiner Anspruchslosigkeit und Winterhärte empfehlenswert ist. Seine Blätter sind das ganze Jahr über schmückende Zierde. Denn bis zur Entfaltung des neuen Laubes im Frühjahr bleiben die alten Blätter an der Pflanze erhalten und sorgen daher auch im Winter für Sichtschutz.

Eine alt bekannte Heckenpflanze ist der Buchsbaum (Buxus sempervirens). Ihn findet man seit Jahrhunderten in den Gärten. Von dieser anpassungsfähigen und robusten Pflanze gibt es mehrere Sorten, die sich als niedrige oder hohe Hecke verwenden und sogar zu Figuren formen lassen. Gut 150 Zentimeter hoch wird Buxus sempervirens var. Arborescens, das kleinwüchsiges Gegenstück ist die Sorte ,Blauer Heinz‘.

Ideale Heckenpflanzen sind auch Berberitzen (Berberis). Die immergrünen Arten sind mit ihrer meist dunkelgrünen Laubfärbung das ganze Jahr über attraktiv. Im Frühjahr schmücken gelbe Blüten die Pflanzen, die später von roten oder blau bereiften Beeren abgelöst werden.

Für Hecken von 150 Zentimetern Höhe bietet sich Julianes Berberitze (Berberis julianae) an, die aus den Bergwäldern der chinesischen Provinz Sichuan stammt. Die Blätter sind ringsum mit Zähnen ausgestattet und leuchten im Herbst rot. Im April und Mai erscheinen die knallig-gelben Blüten in Büscheln, aus denen sich blauschwarz bereifte Beeren bilden.

Für Hecken zwischen 50 und 100 Zentimetern Höhe eignen sich Sorten von Berberis x frikartii, einer Hybride, die aus den Arten Berberis candidula und Berberis verrucosa entstanden ist. Hier empfiehlt sich neben ,Amstelven‘ und ,Telstar‘ vor allem ,Stäfa‘, eine winterharte Sorte, deren Triebe mehr oder weniger dicht warzig behaart sind. Alle Berberitzen lieben einen humosen, mäßig feuchten Boden und überstehen den Winter besser an Licht ärmeren als an sonnigen Plätzen.

Schmückende Früchte

Besonders gut an halbschattigen Standorten wächst die Mahonie (Mahonia aquifolium). Wegen ihres dichten Wuchses und einer Höhe zwischen 50 bis 125 Zentimetern ist die Sorte ,Mirena‘ als Hecke gut geeignet. Von April bis Mai entfaltet sie an den Triebenden lange Trauben mit goldgelben Blüten. Die dunkelblauen, bereiften Früchte halten sich sehr lange und sorgen so im Raureif für interessante Aspekte.

Wer sich an leuchtenden Früchten einer Hecke bis in den Winter hinein erfreuen möchte, sollte den Feuerdorn (Pyracantha coccinea) wählen. Aus der ursprünglichen Art entstanden nämlich Sorten, die sich durch einen besonders attraktiven Fruchtschmuck auszeichnen. Nach den weißen, überreich erscheinenden Blüten folgen je nach Sorte gelbe, orange oder leuchtend rote Früchte, die für Vögel eine beliebte Nahrungsquelle sind. Straff aufrecht und dicht wächst die Sorte ,Teton‘, gut geeignet sind auch die Sorten ,Red Column‘ und ,Kasan‘ für geschnittene Hecken.

Da Hecken lange Zeit am gleichen Standort stehen, empfiehlt sich eine gründliche Bodenvorbereitung. Ideal ist es, einen Graben von 30 bis 40 Zentimetern Breite und Tiefe auszuheben und mit einer Mischung aus Mutterboden und gut verrottetem Kompost zu füllen.

Die optimale Pflanzzeit für immergrüne Laub- und Nadelgehölze ist das Frühjahr kurz vor Beginn des Austriebs oder im Herbst zwischen Ende August und Ende September. In der Regel wird die Hecke einreihig gesetzt. Wer einen schnellen, dichten Sichtschutz haben möchte, kann auch zweireihig pflanzen. In jedem Fall sollten die Pflanzen so tief in die Erde kommen, wie sie vorher im Boden oder im Container standen.

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