Serie: Berliner Quartiere (4): Mitte : Im Schatten der Spione

Die nördliche Chausseestraße ist ein Ort der Gegensätze: heruntergekommene Gründerzeithäuser, Genossenschaftswohnungen aus der DDR-Zeit, schick sanierte Altbauten – allesamt dominiert vom gigantischen Neubau des Bundesnachrichtendienstes. Voraussichtlich 2014 nehmen rund 4000 BND-Mitarbeiter hier ihre Tätigkeit auf. Und allmählich wird deutlich, welch gewaltige Auswirkungen das auf die Umgebung haben wird.

Immer mehr Investoren entdecken das zuvor etwas im Abseits gelegene Gebiet. So empfängt nächste Woche in einem Neubau in der Chausseestraße 33 ein Hotel der spanischen Marke „Tryp“ seine ersten Gäste. Der dahinter liegende Gründerzeit-Gewerbekomplex wurde aufwendig saniert und umfasst jetzt Wohnungen, die für gut neun Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

„Der Baustart des BND war eine Art Initialzündung für das Areal“, sagt Barbara Lipka, Pressesprecherin der Chamartín Meermann AG. Das Unternehmen realisiert westlich des BND-Neubaus an der Scharnhorststraße das größte Wohnungsbauvorhaben im Kiez: In Neu- und Bestandsbauten des „Quartiers am Pankepark“ entstehen 200 Wohnungen und 37 Townhouses. Die Preise liegen bei 2700 bis 3400 Euro pro Quadratmeter. Etwas weiter nördlich, direkt am Wasser, errichtet der Investor Agromex das „Hafenquartier Mitte“ mit elf Townhouses. Im Rohbau fertig ist an der Scharnhorststraße/Ecke Boyenstraße ein Mehrfamilienhaus, von dessen 13 Wohnungen nur noch eine zum Verkauf steht.

Noch aber sind nicht alle Pläne Realität. So wirbt in der Chausseestraße ein Bauschild der TLG Immobilien um Nutzer für ein riesiges Areal mit einem hundert Jahre alten Gewerbeensemble. „Feuerlandhöfe“ heißt das Projekt – eine Erinnerung an das 19. Jahrhundert, als hier nicht der BND, sondern die Lokomotivfabrik von August Borsig für Aufschwung sorgte.ch

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