Immobilien : Solitärgehölze als Blickfang

Besonders für sonnige Standorte gibt es Arten und Sorten mit prächtigen Blüten

Tassilo Wengel

Solitärgehölze schaffen im Garten ganz besondere Effekte. Besonders für sonnige Gartenpartien stehen einige Arten und Sorten zur Auswahl, die mit attraktiven Blüten aufwarten können. So lange der Boden nicht gefroren ist, können sie gepflanzt werden.

Eine besonders schöne Zierde sind die Blütentrauben des Goldregens. Sie erscheinen Mitte Mai und halten sich einige Wochen. Heimische Arten sind der Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides) und der Alpengoldregen (Laburnum alpinum), die beide in Südeuropa wachsen und seit Jahrhunderten in Kultur sind.

1842 fand man in einer englischen Baumschule und später auch am natürlichen Standort in der südlichen Schweiz eine Kreuzung aus diesen beiden Arten. Sie wurde Laburnum x watereri genannt und zeichnet sich durch lange Blütentrauben und reiche Blüte aus. Von dieser Hybride ist seit 1875 die Sorte ,Vossii‘ bekannt, heute immer noch der wertvollste und schönste Goldregen. Er entwickelt sich zu einem Baum oder Strauch von fünf bis sechs Metern Höhe und bildet Trauben mit goldgelben, duftenden Blüten von 20 bis 40 Zentimetern Länge. Allerdings ist der Goldregen in allen Teilen stark giftig. An den Boden stellt das Gehölz keine Ansprüche. Er gedeiht in jedem Gartenboden und verträgt auch Trockenheit.

Seit 1731 ist der Blumenhartriegel (Cornus florida) in Kultur. Im Laufe der Jahre entwickelte er sich zu einem prachtvollen Solitärstrauch oder kleinen Baum von vier bis sechs Metern Höhe. Die eiförmig-elliptischen, bis 15 Zentimeter langen Blätter sitzen an grünen bereiften Trieben, haben eine ausgezogene Spitze und sind an der Unterseite leicht flaumig behaart. Von besonderer Schönheit und Leuchtkraft ist ihre Herbstfärbung von scharlachrot bis violett.

Schon im Mai und Juni lenkt der Blumenhartriegel die Blicke auf sich. Dann erscheinen die grünlich weißen oder gelben, sehr unscheinbaren Blütenköpfchen in reicher Fülle. Ihre Pracht erhalten sie durch vier weiße Hochblätter, die bis fünf Zentimeter Länge erreichen können. Von dieser Art gibt es selektierte Formen mit sehr großen Hochblättern, wie beispielsweise bei ,Cloud Nine‘ oder ,Cherokee Princess‘. Doch es gibt auch Exemplare, bei denen die Hochblätter rosa sind. Aus ihnen wurden Sorten wie ,Apple Blossom‘ oder ,Rubra‘ selektiert und vegetativ vermehrt. Der Blumenhartriegel gedeiht am besten auf sandig-humosen oder lehmig- humosen, leicht sauren Böden mit ausreichender Feuchtigkeit. Trockenheit verträgt er nicht und sollte daher ausreichend gewässert werden.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde die Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) in den Gebirgen Westchinas entdeckt und nach dem Berliner Botaniker Richard Kolkwitz (1873 bis 1957) benannt. Sie ist die einzige Art der Gattung, die zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehört. Dieser sommergrüne Strauch wird etwa zwei Meter hoch und hat locker ausgebreitete Triebe mit hängenden Spitzen. Während die jungen Triebe dicht behaart sind, fällt an den älteren Zweigen die abblätternde Rinde auf. Von Mai bis Juni schmückt sich die Kolkwitzie übervoll mit zart altrosa farbenen Blüten, die im behaarten Schlund gelborange gefärbt sind. Zu mehreren in Doldentrauben von fünf bis sieben Zentimetern Durchmesser vereint, sind diese duftenden kleinen Blüten als Nektarspender ein wahrer Magnet für Bienen und Hummeln.

Die Schönheit der Pflanze veranlasste den deutsch-amerikanischen Gärtner und Botaniker Alfred Rehder (1863-1949), viele Jahre Kurator des Arnold Arboretums bei Boston, sie als ,Beauty Shrub‘ (Schönheitsstrauch) zu bezeichnen. Die Kolkwitzie gedeiht in jedem normalen Gartenboden, vorausgesetzt, er ist nicht zu trocken.

Ein Schmuckstück für sonnige Gartenbereiche ist auch der Etagen-Schneeball (Viburnum plicatum f. tomentosum) aus Japan. Er entwickelt sich zu einem zwei Meter hohen und ebenso breiten Strauch, der durch seine waagerechten, etagenförmig ausgebreiteten Äste sehr wirkungsvoll ist. Die Blätter sind oval, breit, vier bis zehn Zentimeter lang und mit deutlichen Blattadern ausgestattet. Im Herbst färben sich die grünen Blätter prächtig dunkel weinrot bis violett.

Einen besonderen Höhepunkt bilden im Mai und Juni die sechs bis zehn Zentimeter breiten und flach ausgebreiteten Blütenstände, die sich auf der gesamten Länge der Zweige entfalten. Sie bestehen aus kleinen fertilen Innenblüten und großen weißen sterilen Außenblüten, die einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern haben. Vom Etagenschneeball wurde eine Reihe reich blühender Sorten ausgelesen, von denen ,Mariesii‘ besonders prachtvoll ist und häufig kultiviert wird. Am besten entwickelt sich das Gehölz auf sandig- oder lehmig-humosen, leicht sauren Böden mit ausreichender Feuchtigkeit.

Ein eher wenig bekanntes Gehölz ist der Perlbusch (Exochorda). Zur Gattung gehören vier Arten, die alle in Ostasien zu Hause sind. Besonders schön ist der Trauben-Perlbusch (Exochorda racemosa), ein drei Meter hoher Strauch. Er wächst trichterförmig und bildet im Alter bogig überhängende Zweige. Die elliptischen Blätter sind bis sechs Zentimeter lang, die obere Seite hellgrün, unterseits weißlich. Fast mit dem Erscheinen der Blätter im Mai schmückt sich die Pflanze mit vier Zentimeter breiten, weißen, weit geöffneten Blüten. Jeweils zu sechs bis zehn in endständigen, überhängenden Trauben vereint, erscheinen sie umso reicher, je älter die Pflanze ist. Der Perlbusch gedeiht auf jedem durchlässigen Gartenboden und blüht auch auf trockenen, sandigen Böden reich.

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