Immobilien : Sommerliche Blütenpracht

Drachen- und Knollenbegonien sind eine farbenprächtige Zierde für Balkon, Terrasse oder Beet

Tassilo Wengel

Blütenbegonien gehören mit zu den attraktivsten Schmuckpflanzen für den Balkon und die Terrasse. Ob in Kästen, schönen Gefäßen, Ampeln oder in Beeten kultiviert, setzen sie während der Sommermonate farbige Akzente.

Als Erster fand Francisco Fernandez, ein spanischer Arzt und Naturforscher, um 1580 in Mexiko eine Begonienart, die er unter dem aztekischen Namen Totoncaxoxo coyollin allerdings erst 1651 abbildete und beschrieb. Um 1690 entdeckte dann der französische Franziskanerpater und Botaniker Charles Plumier auf den Inseln der Antillen weitere Arten. Zu Ehren von Michel Bégon (1638-1710), einem großen Pflanzenfreund und Förderer der Botanik – damals Gouverneur von Französisch Kanada – gab er seiner Neuentdeckung den Gattungsnamen Begonia. Inzwischen sind fast 1000 Arten dieser Gattung bekannt, die in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, Asiens und Afrikas zu Hause sind. Sie wachsen als Kräuter, gelegentlich mit Knollen oder Rhizomen ausgestattet, und auch als Halbsträucher.

Die Blätter sind zweizeilig angeordnet, meist schief, weshalb die Pflanzen auch als Schiefblatt bezeichnet werden. Ihre Form ist sehr vielgestaltig und reicht von ganzrandig, übergelappt bis geteilt, auch farblich können die Blätter sehr variabel sein. Die Blütenstände erscheinen in den Blattachseln und sind wenig- bis reichblütig. Zweckmäßigerweise werden Begonien in zwei Gruppen unterteilt, und zwar in Blatt- und Blütenbegonien.

Allgemein bekannt und weit verbreitet sind Blütenbegonien der Semperflorens-Gruppe. Die niedrig wachsenden Sorten sieht man häufig als Bepflanzung von Freiflächen in öffentlichen Anlagen und auf Grabstellen. Für Balkonkästen sind sie ungeeignet, da sie den engen Stand schlecht vertragen. Hochwüchsige Sorten sind vor allem ideale Pflanzen für Kübel und größere Gefäße. Hier haben besonders die Sorten ,Dragon Wing Rot‘ und ,Dragon Wing Rosa‘ in den letzten Jahren Furore gemacht. Sie entstanden durch Kreuzung mit einer Strauchbegonie und erreichen Höhen von bis zu 60 Zentimetern. Im Handel werden sie als Drachenbegonien angeboten und blühen vom Frühsommer bis zum Frost. Nach dem Einräumen ins Winterquartier können sie noch einige Wochen nachblühen.

Für die Kultur ist ein heller, im Sommerhalbjahr vor direkter Mittagssonne geschützter Standort wichtig. Während der Wintermonate bevorzugen diese Züchtungen einen luftigen Platz und Temperaturen um 15 Grad Celsius. Während die Pflanzen im Sommerhalbjahr reichlich gegossen werden, verabreicht man im Winter nur gelegentlich Wasser, damit der Wurzelballen nicht austrocknet. Im Frühjahr verpflanzt man sie in ein humoses Substrat und schneidet die Pflanzen kräftig zurück. Von den abgeschnittenen Trieben lassen sich in einem Torfmull-Sand-Gemisch leicht neue Pflanzen heranziehen. Sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die Drachenbegonien wieder im Freien stehen.

Knollenbegonien sind schon lange ein beliebter Schmuck für Balkonkästen, aber auch für schöne Gefäße oder das Blumenbeet. Wegen ihrer Eigenart, Knollen zu bilden, erhielten sie den botanischen Namen Begonia x tuberhybrida (tuber = Knolle und hybridus = Kreuzung). Die erste Züchtung soll aus Begonia boliviensis und Begonia rosaflora enstanden und 1870 von der englischen Firma Veitchin den Handel gebracht worden sein.

Inzwischen umfasst das Sortiment eine Fülle von Knollenbegonien mit Blüten in allen denkbaren Formen und Farben. Neben den aufrecht wachsenden Sorten mit gefransten, marmorierten oder gerüschten, aber auch kamelien- und rosenförmigen Blüten gibt es auch solche mit hängendem Wuchs, die sich vorzüglich für Blumenampeln eignen.

Unter den aufrecht wachsenden Exeplaren gibt es eine reiche Auswahl an großblumigen Sorten. Sie erreichen Wuchshöhen von über 25 Zentimetern. Die Blüten mit ihrem gekrausten Rand können einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern erreichen. Dekorativ ist die Sortengruppe ,Pin Up‘ mit einem Blütendurchmesser von circa zwölf Zentimetern und einer hübschen Farbkombination: Die Grundfarbe ist Weiß oder Gelb, der Rand ist rot.

Unter den hängenden Sorten haben sich vor allem die Girlanden-Begonien der Reihe ,Ilumination‘ bewährt. Die elegant überhängenden Triebe sind reich mit großen, locker gefüllten Blüten in den Farben Weiß, Rosa, Lachsrosa, Champagner sowie rot geschmückt. Im letzten Jahr kam noch die Sortengruppe ,Tenella‘ dazu. Eine außergewöhnliche Wirkung erzielt man mit Girlanden-Begonien vor allem in Blumenampeln, aber auch für die Bepflanzung von Balkonkästen sind sie zu empfehlen.

Die zweite Maihälfte ist der rechte Zeitpunkt, bereits blühende Knollenbegonien zu pflanzen. Das Substrat sollte humos sein und der Pflanzenabstand je nach Größe 20 bis 40 Zentimeter betragen.

Um an diesen schönen Pflanzen lange Freude zu haben, empfiehlt sich eine Gabe Volldünger im Abstand von zwei Wochen. Wer gleich unter das Substrat einen Langzeitdünger mischt, kann auf das regelmäßige Düngen verzichten. Ausreichende Wassergaben sind wichtig, besonders wenn die Pflanzen an einem sonnigen Platz stehen.

Möchte man die Knollen im nächsten Jahr wieder verwenden, reduziert man ab September allmählich die Wassergaben. Allerdings befinden sich unter den neueren Züchtungen auch Sorten, die keine oder kaum Knollen bilden. In diesem Fall muss man auf einen Überwinterungsversuch verzichten und im nächsten Jahr neue Pflanzen kaufen.

Sind die oberirdischen Teile vertrocknet, nimmt man die Knollen auf, bettet sie in eine Kiste mit Torfmull und lässt sie bei fünf bis zehn Grad Celsius überwintern.

Im März kann man mit dem Vortreiben beginnen. Große Knollen kann man zerschneiden, so dass jedes Teilstück ein Auge enthält. Nach dem Einpudern der Schnittstellen mit Holzkohle oder Fungizidpulver (gegen Pilze) legt man die Knollen flach in Kisten oder Töpfe mit lockerer, humoser Erde und achtet beim Einpflanzen darauf, dass sie mit den Augen in der Höhlung nach oben kommen.

An einem hellen Platz mit Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius und gleichmäßiger Bodenfeuchte treiben sie bald aus. Bevor sie Ende Mai ins Freie kommen, sollte man die Pflanzen an einem luftigen Platz abhärten.

Begonien. Unterschieden wird in Blatt- und Blütenbegonien. Einige haben Wurzeln, andere Knollen. Die zahlreichen Zuchtsorten gedeihen sowohl im Zimmer als auch auf dem Balkon, in Kübeln oder im Garten, wenn man einige Pflegehinweise beachtet.

Pflege . Alle Begonien sind wärme- und feuchtigkeitsliebend und besonders empfindlich gegen starke Sonneneinstrahlung. Dauernässe führt zu Pilzbefall.

Pflanzung . Der Standort sollte auf der Nord- oder Ostseite liegen. Bei Freiland- oder Balkonpflanzen ist darauf zu achten, dass sie nicht zu dicht stehen, da sie stark wachsen und die Gefahr von Fäulnis besteht.

Boden. Begonien brauchen einen lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden. Sorten mit viel Blattwerk benötigen Nährstoffe mit hohem Kalium-Anteil. W.H.

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