Immobilien : Stadt, Land, See

Ab Frühjahr 2014 soll am Rande Berlins eine der größten Wohnsiedlungen der Stadt entstehen.

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Der Berliner Bauboom erfasst jetzt auch Bereiche außerhalb der Innenstadt. Ganz in der Nähe des S-Bahnhofs Ahrensfelde, im Lichtenberger Ortsteil Falkenberg, sollen in den nächsten Jahren bis zu tausend Reihenhäuser entstehen. „Wir wollen eine neue Adresse zwischen Stadt und Natur schaffen, welche die nahtlose Verbindung zwischen urbanem Leben und Wohnen in grüner Idylle ermöglicht“, sagt Günter Minge. Er ist Vorstand der CD Deutsche Eigenheim AG, die in das auf den Namen „Auenflügel“ getaufte Projekt rund 250 Millionen Euro investieren will.

Losgehen soll es laut Minge im zweiten Quartal des kommenden Jahres. Dann will er im ersten Bauabschnitt, im südwestlichen Bereich des gut 16 Hektar großen Grundstücks nördlich der Ahrensfelder Chaussee, mit dem Bau der ersten 105 Reihenhäuser beginnen. Gleich anschließend soll der zweite Bauabschnitt mit weiteren 110 Häusern in Angriff genommen werden. Minge bezeichnet diese nicht als Reihenhäuser, sondern spricht von „Hausgruppen“, wobei die einzelnen Häuser zwischen 85 und 159 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen werden.

Ob die Häuser verkauft oder vermietet werden, steht noch nicht fest. Eigentlich ist die CD Deutsche Eigenheim – eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Design Bau AG – darauf spezialisiert, Wohnanlagen als Ganzes an institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder Fonds zu verkaufen, die die Häuser dann vermieten. „Für das Projekt in Falkenberg stehen wir in konkreten Verhandlungen mit institutionellen Investoren“, sagt Minge. Falls es aber doch nicht zu einem Abschluss kommen sollte, sei es auch denkbar, die Häuser einzeln zu verkaufen. Den Preis beziffert Minge in diesem Fall auf 2100 bis 2650 Euro pro Quadratmeter. Ein kleines Reihenhaus würde dann um die 230 000 Euro kosten. Sollten die Häuser vermietet werden, so ist laut Minge mit einer Kaltmiete zwischen 8,25 und 9,50 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Damit sind die Einheiten im Auenflügel deutlich günstiger als Neubauten in der Innenstadt. Das ist nach Ansicht Minges aber nur einer der Vorzüge des Standorts, den manch (West-)Berliner nach einem Blick auf den Stadtplan reichlich abgelegen finden dürfte. „Man hat alles, was man für den täglichen Bedarf braucht: Ärzte, Schulen, Nahversorgung“, sagt der Vorstand der CD Deutsche Eigenheim. Zudem sichere der nahe S-Bahnhof Ahrensfelde eine gute Anbindung an die Innenstadt, und auch der künftige Großflughafen sei schnell erreichbar. Zusammen mit der naturnahen Lage sei somit „eine Wohnqualität gegeben, wie man sie sonst nicht findet“.

Ansprechen will Minge mit dem Angebot ganz unterschiedliche Nutzer. „Der Standort ist sehr gut für Familien geeignet“, sagt er. Gerade die kleineren Häuser kämen aber auch für ältere Paare und für Singles infrage. „Für uns ist wichtig, dass hier nicht nur Familien leben“, betont Minge. Geschosswohnungen allerdings wird es nicht geben – auch nicht an der viel befahrenen Ahrensfelder Chaussee. Stattdessen sind dort ebenfalls Reihenhäuser geplant, die durch ihre Ausrichtung nach Norden den Bewohnern einen gewissen Lärmschutz bieten sollen.

Noch sind allerdings nicht alle Hürden für die Verwirklichung des Vorhabens genommen. Einmal abgesehen davon, dass der Investor beweisen muss, dass die Nachfrage nach diesem Standort tatsächlich so groß ist wie von ihm erhofft, muss er auch noch die baurechtlichen Grundlagen schaffen. Denn nur die beiden ersten Bauabschnitte sind mit dem geltenden Bebauungsplan vereinbar. Für die darüber hinaus geplanten Abschnitte hingegen muss der Bebauungsplan geändert werden. „Vorher war eine sehr verdichtete Bebauung vorgesehen“, erläutert Minge. Er rechnet damit, dass der geänderte Bebauungsplan 2014 in Kraft treten wird. Warum aber hat es überhaupt so lange gedauert, bis das Projekt in Angriff genommen wird? Bereits 2007 nämlich erwarb das Unternehmen das Grundstück von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Minge begründet die Verzögerung mit Umstrukturierungen innerhalb der Design Bau AG, die 2011 neue Aktionäre und ein neues Management erhielt. Für das Unternehmen ist es das erste Projekt in Berlin. In Teltow, im Süden der Hauptstadt, betreut es die Entwicklung einer auf den Namen TelTown getauften Wohnanlage, die in den Nachwendejahren von kanadischen Investoren auf den Weg gebracht worden war.

Wie viele Wohneinheiten insgesamt im Auenflügel entstehen sollen, steht noch nicht genau fest: Etwa 900 werden es voraussichtlich sein. Im hinteren Grundstücksbereich „können wir an der Verdichtungsschraube drehen“, formuliert es Minge, so dass es letztlich bis zu tausend Häuser werden könnten. Zeitlich verfolgt die CD Deutsche Eigenheim AG laut ihrem Vorstand ein „ehrgeiziges Ziel“: Bereits 2019, nach fünf Jahren Bauzeit, soll das gesamte Areal bebaut sein.

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