Immobilien : Städter schätzen das Landleben Dörfer in Zukunft

als Wohnorte attraktiver.

Ländliche Regionen und Dörfer könnten nach Expertenansicht als Wohnorte bald wieder attraktiver werden. „Dazu müssen kleine Orte ihren Bewohnern eine gut funktionierende Gemeinschaft, abwechslungsreiches Vereinsleben und ein tatkräftiges Engagement für die dörfliche Infrastruktur, zum Beispiel den letzten Gasthof oder Laden, bieten“, sagte der Geograf und Dorfforscher Gerhard Henkel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Aktuell sei noch eine stärkere Wanderungsbewegung in die Städte zu beobachten.

Ein Plus für das Landleben sei die Möglichkeit, das eigene Umfeld stärker selbst zu gestalten. „Die Gesellschaft in diesen Regionen kann zukünftig nicht nur mit einer Steuerung von oben nach unten funktionieren“, sagt der emeritierte Professor der Universität Duisburg-Essen. Initiativen, Vereine und Interessengemeinschaften müssten ausgebaut werden. Das „Sich einsetzen für die Gemeinschaft“, sei schon heute das Kapital des Dorfes. Es werde in Zukunft noch wichtiger werden. Auch bei vielen Großstädtern gebe es eine Sehnsucht nach dem Leben auf dem Land. „Das Geflecht der sozialen Beziehungen ist in Dörfern in der Regel enger und zugleich überschaubarer“, sagte Henkel. Menschen seien dort eher bereit, sich für andere und das Dorfganze zu engagieren. Auf dem Lande herrsche ein natur-, traditions- und handlungsorientierter Lebensstil. Nach Henkels Ansicht muss das Ehrenamt in den Dörfern durch eine neue Anerkennungskultur durch Kommunen und Mitbürger gestärkt werden.

Mit Sorge betrachte er die Tendenz, dass sich auch Menschen auf dem Lande immer stärker in ihre individuellen Interessen zurückzögen. Beispielhaft sind nach Ansicht des Wissenschaftlers sogenannte integrative Dorfvereine, die in den vergangenen Jahren zu Tausenden gegründet worden seien. Deren Aufgaben reichten von der Organisation eines Dorfjubiläums bis zur Auseinandersetzung mit Problemen wie leerstehenden Gebäuden oder dem drohenden Verlust von Infrastruktur.epd

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