Immobilien : Standfeste Sonnenbräute

Aus drei Helenium-Arten entstanden in den letzten 50 Jahren schöne Sorten

Tassilo Wengel

Bis in den Herbst hinein schmückt die Sonnenbraut (Helenium) mit ihren gelben, braunen oder kupferroten Blütenständen Staudenbeete und Rabatten. Sie ist deshalb eine Bereicherung im Sortiment der spät blühenden Gartenstauden. Außerdem gilt sie als sehr wertvolle Futterpflanze für Bienen.

Diese „Sonnenstauden“ (abgeleitet von helios = Sonne) sind mit etwa 40 Arten in Nord- und Südamerika verbreitet und gehören der Familie der Asterngewächse (Asteraceae) an. Ihre Blüten haben die Form kleiner Körbchen und bestehen aus zungenförmigen Randblüten sowie röhrigen Scheibenblüten in der Mitte. Drei Helenium-Arten haben sich im Garten bewährt. Aus Ihnen wurden in den letzten fünfzig Jahren wunderschöne Stauden gezüchtet – von unterschiedlicher Höhe, guter Standfestigkeit und absoluter Winterhärte.

Drei Arten haben sich bewährt

Eine empfehlenswerte Art ist die Herbst-Sonnenbraut (Helenium autumnale) aus Kanada. Sie wächst dort vor allem auf sumpfigen Wiesen und an Flussläufen. Ihre goldgelben Blüten haben einen Durchmesser von sechs Zentimetern und erscheinen von August bis Oktober, bei milden Herbsttemperaturen auch noch im November. Sie wird ein bis eineinhalb Meter hoch und verträgt auch nasse Standorte. Die zweite Art ist Helenium bigelovii aus Nordamerika mit schwarzbrauner Körbchenmitte und dunkelgelben Randblüten. Sie wird 60 bis 90 Zentimeter hoch und zeigt ihre Blüten von Juni bis Juli. Als dritte im Bunde soll Helenium hoopesii genannt werden. Ab Mai erscheinen die leuchtend goldgelben Blüten an 50 bis zu einem Meter hohen Stängeln.

Besonders Karl Foerster hat sich jahrzehntelang mit der Züchtung von Helenium beschäftigt. Er war ständig bemüht, standfeste Sorten mit großen Blüten zu schaffen, die auch gegen Wind und Trockenheit widerstandsfähig sind. Heute wird eine Vielzahl der unterschiedlichsten Sorten im Gartenfachhandel angeboten.

Empfehlenswerte Sorten

„Waltraud“ ist frühblühend (Juni bis Juli, goldbraun, 80 Zentimeter) und besonders großblumig. Im August blühen Sorten wie „Indianersommer“ (braunrot, 120 Zentimeter), „Königstiger“ (braun mit gelber Mitte, 160 Zentimeter). Zu den besten Sorten mit guter Standfestigkeit gehören „Rotkäppchen“ (rotbraun, 80 Zentimeter) und „Rubinzwerg“ (rubinrot, 70 Zentimeter). Die schönste niedrige Sorte ist „Wonadonga“ mit großen Blüten (leuchtend orangebraun, 120 Zentimeter). Zu den spät blühenden Sorten gehörten „Baudirektor Linné“ (samtigrot, 120 Zentimeter) und die altbewährten Sorten „Feuersiegel“ (aprikosengelb mit roten Streifen, 160 Zentimeter) und „Septembergold“ (tief goldgelb, 110 Zentimeter).

Große Ansprüche stellen diese Stauden nicht. Der Standort sollte vor allem sonnig sein, allerdings vertragen braune Sorten auch gut Halbschatten. Da die Sonnenbraut in ihrer Heimat vorwiegend auf gut durchfeuchteten Böden steht, sollte sie auch im Garten ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Hitze und Trockenheit lassen die Pflanzen schnell welken, weil sich ihre Wurzeln nur flach ausbreiten. Aus diesem Grund empfehlen sich keine durchlässigen, sandigen Böden, sondern besser sind lehmhaltige und humusreiche, die nach Regen oder dem Wässern die Feuchtigkeit noch einige Zeit halten.

Die Pflege beschränkt sich vor allem auf das Düngen im Frühjahr und auf das Wässern. Schneidet man die Sonnenbraut nach der Blüte um ein Drittel zurück, beschleunigt sich die Bildung neuer Sprosse am Wurzelstock und die Pflanze kommt noch besser durch frostige Wintertage. Lässt die Blüte nach einigen Jahren nach, pflanzt man im Frühjahr um. Dabei teilt man die Wurzelstöcke und wählt einen neuen Standort.

Damit die Sonnenbraut sich in ihrer ganzen Schönheit entfalten, kann, sollte sie möglichst frei und wenig von anderen hohen Stauden beengt stehen. Dennoch empfehlen sich als Nachbarn Stauden, die in Blütenfarbe und Höhe zu ihr passen.

Gut wirken alle Sonnenbraut-Sorten vor Koniferen und Laubgehölzen. Als Solitär- oder Leitstauden auf der Rabatte bieten sich vor allem die hohen Sorten an. Empfehlenswerte Partner zu gelben Sorten sind spätblühende Rittersporne (Delphinium-Elatum-Hybriden), die mit ihren verschiedenen blauen Farbtönen einen besonders schönen Kontrast bilden. Das gilt auch für die hohen Kugeldisteln (Echinops ritro) mit ihren blauen Blütenbällen.

Sehr gut können die hohen Flammenblumen (Phlox-Paniculata-Hybriden) die Wirkung der Sonnenbraut steigern. Mit ihrer Hauptblütezeit im Juli und August steht ein umfangreiches Sortiment in schönen Farben zur Verfügung. Auch die monatelang erscheinenden Blüten der Indianernessel (Monarda-Hybriden) in weißen, roten, violetten oder rosafarbenen Tönen passen gut zur Sonnenbraut und den anderen genannten Gartenstauden.

Rudbeckien als Begleiter

Aber auch einige Vertreter der gelb blühenden Sonnenhüte (Rudbeckia) bieten sich als Begleitpflanzen an. Die höchste ist mit zwei Metern Rudbeckie nitida, von der vor allem die Sorte „Herbstsonne“ mit ihren großen Blüten empfehlenswert ist. Kleiner, aber nicht weniger schön ist Rudbeckia fulgida var. deamii, die von Juli bis August auf etwa einen Meter hohen Stängeln ihre großen gelben Blüten mit einer schwarzbrauner Mitte öffnet. Schließlich gehört die sehr bewährte Goldsturm-Rudbeckie (Rudbeckia fulgida var. sullivantii „Goldsturm“) zu den bekanntesten Vertretern dieser Gattung und mit 60 Zentimetern Höhe für den Vordergrund zu empfehlen.

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