Immobilien : Steigende Zinsen sind kein Grund zur Panik

Die Zeiten der billigen Hypothekenkredite sind allmählich vorbei. „Das Zinsniveau bewegt sich langsam nach oben“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. Der Grund: „Viele Anleger suchen nicht mehr nur Sicherheit, sondern inzwischen auch Rendite“, erläutert der Finanzexperte. „Sie akzeptieren nicht mehr jeden Zinssatz.“ Und das habe Folgen für die Hypothekenkredite.

Immobilieninteressenten sollten aber nicht gleich in Panik verfallen. „Nehmen Sie sich Zeit für einen Vergleich“, empfiehlt Herbst. „Nichts ist schlimmer, als am Ende einen nicht passenden Kreditvertrag unterschrieben zu haben.“ Zudem steigen die Zinsen nicht bei allen Banken gleichzeitig. Generell sollten Kunden lieber langfristige Zinsbindungen von 15 Jahren oder mehr wählen, auch wenn dies etwas mehr koste. „Bei Krediten mit Laufzeiten von 10 Jahren steigen die Zinsen derzeit schneller.“ Laut FMH müssen Kunden aktuell für einen Immobilienkredit über 150 000 Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren und einer Tilgungsrate von zwei Prozent zwischen 3,45 und 2,97 Prozent Zinsen zahlen. Für einen gleich hohen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren verlangen die Geldinstitute zwischen 2,84 und 2,48 Prozent Zinsen.

Am Freitag vergangener Woche hatten 278 Institute angekündigt, 137,2 Milliarden Euro aus dem ersten von zwei 2011/12 ausgegebenen Refinanzierungsgeschäften über zusammen eine Billion Euro vorzeitig bei der Europäischen Zentralbank EZB tilgen zu wollen. Sie konnten dies von Mittwoch an. De facto führt dies dazu, dass weniger Geld im Finanzsystem zirkuliert und die Zinsen leicht steigen. Der EZB-Leitzins steht seit Juli 2012 bei 0,75 Prozent. Trotz der Rezession im Euro-Raum wird die EZB nach Ansicht von Ökonomen dieses Jahr die Zinsen nicht senken. dpa/rtr

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