Steuervergünstigung oder Förderprogramm? : Sparen und sanieren mit dem Finanzamt

Viele alte Häuser haben energetische Mängel – einige lassen sich durch Fördermittel beseitigen.

Peter Neitzsch
Der Staat unterstützt die energetischen Umbauten mit günstigen Krediten und Zuschüssen.
Der Staat unterstützt die energetischen Umbauten mit günstigen Krediten und Zuschüssen.Foto: Katja Lenz/dapd

Schlecht isolierte Häuser kosten Geld: Durch ungedämmte Dächer, Fenster und Türen entweicht Wärme. Alte Heizanlagen verbrauchen deutlich mehr Energie als moderne. Mit einer energetischen Sanierung können Hauseigentümer und -besitzer ihre Energiekosten dauerhaft senken. Dennoch scheuen viele die Investition. Ein Grund ist die fehlende steuerliche Absetzbarkeit der Sanierungskosten. Der Gesetzentwurf hierzu liegt bereits seit Ende 2011 im Vermittlungsausschuss. Die Vorlage benötigt die Zustimmung des Bundesrats, doch noch haben die Länder nicht zugestimmt.

Das Dilemma für Wohnungseigentümer: Die steuerliche Förderung und die herkömmliche Förderung schließen einander aus. „Man muss sich für eine Förderart entscheiden“, sagt Christian Stolte von der Deutschen Energieagentur (Dena). Kommen die erhöhten Abschreibungen für Vermieter oder der Sonderabzug bei der Steuer für Eigenheimbesitzer, sollen diese rückwirkend zum 1. Januar 2012 gelten. Für Hausbesitzer stellt sich daher derzeit die Frage: Sanieren oder abwarten? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Für wen sich welche Investition und welche Förderung rechnet, hängt von vielen Faktoren ab. „Das geplante Steuergesetz schließt eine Lücke in der Förderung“, sagt Stolte. „Dadurch werden ganz andere Zielgruppen angesprochen.“ Wichtig sei daher, sich zuerst einen Überblick über Förderprogramme und mögliche Arbeiten zu verschaffen: „Am Anfang jeder Sanierung muss eine Energieberatung stehen“, sagt Stolte. „Damit klar gesagt werden kann, wo die Mängel liegen.“ Oft ist eine Energieberatung sogar Bedingung.

Der Staat unterstützt die energetischen Umbauten mit zahlreichen Programmen: Die KfW-Förderbank unterstützt Dämmung und Sanierung mit günstigen Krediten und Zuschüssen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bezuschusst den Austausch alter Heizkessel und Wärme aus erneuerbaren Energien – wie Solarthermie und Wärmepumpen. Daneben gibt es Förderprogramme der Länder und Kommunen.

Eine steuerliche Förderung existiert bisher praktisch nicht. „Es macht aber einen Unterschied, ob man Selbstnutzer ist oder Vermieter“, sagt Stefan Walter vom Eigentümerverband Haus & Grund. Vermieter könnten bereits heute kleinere Sanierungsarbeiten als Erhaltungsaufwand noch im selben Jahr abschreiben. Selbstnutzer könnten dagegen nur 20 Prozent der Handwerkerkosten absetzen – ohne Materialkosten. Für selbst genutztes Wohneigentum sind die staatlichen Förderungen also durchaus attraktiv.

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