Immobilien : Strategien gegen das Schlittern

Streusalz ist in Berlin verboten – fünf Alternativen.

Anna Schürmann[dpa]

Eisregen und Schnee bringen derzeit nicht nur den Auto- und Flugverkehr durcheinander. Auch Fußgänger kommen auf den glatten Wegen schnell ins Rutschen. Wann und wo Privatleute Gehwege streuen müssen, entscheiden in Deutschland die Städte und Gemeinden. Auch welches Streumittel sie verwenden dürfen, ist geregelt. Gerade das effektivste – nämlich Streusalz – ist allerdings vielerorts dem Umweltschutz zuliebe verboten.

Salz hat den Vorteil, dass es Eis als einziges Mittel auftaut. Allerdings wirkt es sich negativ auf die Umwelt aus: Das Salz löst sich, sickert in den Boden und reichert sich in den Wurzeln der Pflanzen an. Diese können sich dann nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen und sterben. Tierpfoten können sich zudem an dem aggressiven Mittel entzünden. Daher ist Streusalz in den meisten Kommunen für Privatpersonen verboten, weiß der Mieterschutzbund – auch wenn es im Baumarkt oft zum Verkauf angeboten wird. Ein solches Verbot gilt auch in Berlin. Die Baumärkte der Hauptstadt rechtfertigen ihre Reserven allerdings häufig mit einem Verweis auf den Bedarf im Umland: In Brandenburg darf Salz gestreut werden.

Wer nach Alternativen sucht, merkt schnell: Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Überblick:

GRANULAT ODER SPLITT

Sie wirken wie Spikes auf glatter Fläche. Die scharfkantigen Steinchen gibt es im Baumarkt. Splitt müssen Hausbesitzer bei Tauwetter auffegen. Das Material können sie im nächsten Winter wiederverwenden – oder es kommt in den Restmüll. Der Nachteil: Splitt kann sich in Schuhsohlen oder unter Haustüren festsetzen und den Fußboden im Haus zerkratzen. Herbert Lohner vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin empfiehlt daher rundkörnige Granulate. Sie haben den weiteren Vorzug, Tierpfoten nicht zu verletzen.

SAND

Er ist feinkörniger als Granulat und daher nicht so rutschfest. Sein Vorteil: Hausbesitzer können ihn wiederverwerten, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Oder es werden im Frühjahr Reste in die Fugen der Gartenwege gekehrt und füllen diese so auf. Der Nachteil: Bei erneutem Schneefall muss nachgestreut werden. Und auch Sand kann Kratzer im Fußboden verursachen, wenn die Schuhe ihn weitertragen. Erhältlich ist er zum Beispiel im Baumarkt.

ASCHE AUS DEM OFEN

Wer Asche aus Ofen oder Kamin auf die Wege streut, sollte wissen, was er verbrannt hat und welche Stoffe mit dem tauenden Schnee abfließen können. Darauf weist BUND-Experte Herbert Lohner hin. Denn in Kohleasche können sich Schadstoffe befinden, in reiner Holzasche nicht. Asche kann zur Entsorgung zusammen mit Schnee auf Beete gekehrt werden, sagt Reinhold-Postina. Der Nachteil: Da Asche sehr fein ist, wird sie schnell in den Schnee eingetreten – und hilft dann nicht mehr gegen die Glätte. Und sie macht die Wege und damit auch die Schuhe schmutzig.

SÄGESPÄNE

Holzspäne lassen sich nach dem Tauwetter leicht zusammenkehren und auf dem Kompost oder in der grünen Tonne entsorgen. Sie sind damit nach Angaben von Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen absolut ökologisch. Sägespäne sind allerdings nicht leicht zu beschaffen. Dazu kommt, dass sie nicht besonders rau sind und ein Ausrutschen nur bedingt verhindern.

ERDE

Lose gestreute Erde gibt auf Eisflächen mehr Trittfestigkeit, heißt es beim VPB. Allerdings kann sich die Erde bei Tauwetter in Matsch verwandeln – was so manchen Passanten ebenfalls zum Fluchen bringen dürfte.Anna Schürmann, dpa

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