Studentenbleibe : Günstige Miete kostet

Eingeschränkter Kündigungsschutz in Wohnheimen.

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Klein, aber mein. Plätze in Wohnheimen sind sehr gefragt.
Klein, aber mein. Plätze in Wohnheimen sind sehr gefragt.Foto: dpa

In vielen Großstädten setzen Wohnungssuchenden steigende Mieten und ein knappes Wohnungsangebot zu. Als Ausweg bieten sich manchmal nur noch Untermiete, Wohnheim, möbliertes Zimmer oder Einliegerwohnung an. Konto, Wohnungsmarkt und Lebenslage lassen oft nichts anderes zu. Der günstigen Miete steht aber eine Reihe Minuspunkte gegenüber.

Krass im Nachteil sind zum Beispiel Studenten in Wohnheimen. „In Studentenwohnheimen ist der Mieterschutz eingeschränkt“, informiert der Deutsche Mieterbund. „Es gibt hier keinen Kündigungsschutz.“ Der Betreiber des Wohnheims kann praktisch jederzeit kündigen. Kündigungsgründe seien nicht erforderlich, so der Mieterbund. Jedoch gelte die Sozialklausel. „Das heißt: Studenten können der Kündigung widersprechen, gestützt auf die Sozialklausel zum Beispiel mit dem Argument, das Examen stehe unmittelbar bevor.“ Auch Krankheit oder Schwangerschaft können als unzumutbare Härte gelten. Ein Ausweg aus der Kündigungsschutzfalle wäre es, wenn der Mietvertrag auf eine bestimmte Zeit geschlossen wird.

Studenten, die auf eine Einliegerwohnung oder auf Omas möbliertes Zimmer ausweichen, kommen vom Regen in die Traufe. Auch dort gibt es keinen Kündigungsschutz. Das gilt aber nur, wenn der Vermieter im gleichen Haus wohnt. Sporadische Aufenthalte reichen dafür nicht aus. Betroffen sind von der Regelung freilich nicht nur Studenten.

Der Vermieter, der den Kündigungsschutz umgehen will, muss sich in der Kündigung auf sein Sonderkündigungsrecht berufen. „Zum Ausgleich verlängert sich die Kündigungsfrist bei einer Kündigung des Vermieters um drei auf sechs oder nach längerer Mietdauer auf neun oder zwölf Monate“, erläutert Dirk Clausen, Fachanwalt für Mietrecht. Könne der Mieter Härtegründe gegen die Kündigung geltend machen, verlängere sich die Mietdauer, bis das Hindernis entfallen sei. Härtefälle, so Clausen, können auch vorliegen, wenn der örtliche Wohnungsmarkt angespannt sei oder der Mieter erheblich in die Verbesserung der Wohnung investiert habe und die Aufwendungen sich noch nicht amortisiert haben.

Mieter von Zimmern in Studentenwohnheimen sind darüber hinaus noch an anderer Stelle im Nachteil. Die gesetzlichen Bestimmungen über Mieterhöhungen gelten in Studentenwohnheimen nicht. Studenten können also nicht mit der ortsüblichen Vergleichsmiete argumentieren. Folge: Der Vermieter kann fast jede x-beliebige Miete fordern. Gleiches gilt für Einliegerwohnungen – solange dort kein Paar oder eine Familie wohnt – und möblierte Zimmer, wenn der Vermieter unter dem gleichen Dach lebt. Voraussetzung ist aber immer, dass die Erhöhung im Vertrag vereinbart wurde, zum Beispiel mit einer Klausel wie dieser: „Die Nettokaltmiete beträgt monatlich 300 Euro. Ab dem 1.1.2014 beträgt sie 400 Euro.“

Aber selbst dann bleibt eine Schranke bestehen: das Wucherverbot. Eine Miete, die mehr als fünfzig Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegt, stellt Wucher dar – vorausgesetzt, dass der Vermieter zudem eine Zwangslage, Unerfahrenheit oder Willensschwäche des Mieters ausnutzt.

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