Sturmschäden : Haus nach „Xaver“ gründlich überprüfen

Selbst wenn scheinbar nichts passiert ist: Unentdeckte Sturmschäden können schlimme Folgen haben.

Ziegeldecke kontrollieren. Nasser Dämmstoff isoliert nicht – an feuchten Stellen verliert das Haus Energie.
Ziegeldecke kontrollieren. Nasser Dämmstoff isoliert nicht – an feuchten Stellen verliert das Haus Energie.Foto: imago/Horst Rudel

Auch wenn Orkantief „Xaver“ augenscheinlich keine größeren Schäden hinterlassen hat: Hausbesitzer müssen ihr Gebäude nun sorgfältig kontrollieren. Denn manches kann über den Winter noch schlimmere Schäden auslösen, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin:

Wasserschäden

Achten sollte man zunächst auf Wasserschäden. Die Anzeichen sind Flecken an den Dachschrägen und an der Fassade. Vorsicht: Sturmböen können Regenwasser auch unter die geschlossene Ziegeldecke gedrückt haben – selbst da, wo bisher noch nie Regen eingedrungen ist.

Die Folgen: An nassem Holz wachsen Pilze, und es fault. Außerdem kann sich Schimmel im Dachstuhl bilden, der über die innere Wandverkleidung in die Raumluft gelangt. Das kann der Gesundheit der Bewohner schaden. Schließlich isoliert ein nasser Dämmstoff auch nicht mehr richtig und wird sogar zum Wärmeleiter. Das bedeutet, an feuchten Stellen verliert das Haus teure Energie.

Lose Teile

Schindeln, Bretter aus dem Giebelfeld und von Gauben sowie Fensterläden oder Schneefanggitter können lose sein. Wer eine Solaranlage hat, sollte diese ebenfalls kontrollieren. Denn stürzen die Teile – oder im Winter durch beschädigte Schneefanggitter Schneebretter – ab, kann das Passanten verletzen. Am Haus dringt durch lose Teile Regen ein; das führt zu Feuchteschäden und Schimmel.

Rohre & Regenrinnen

Herumfliegendes Laub und Pflanzenteile können Regenrinnen und Fallrohre verstopft haben. Das Wasser kann nicht mehr abfließen, sucht sich einen Weg entlang der Fassade und verursacht Feuchteschäden. Staut sich das Wasser und gefriert im Winter, kann das Rohr bersten.

Bäume

Die Bäume im Garten müssen kontrolliert werden. Sie können auch später noch umstürzen und Dach, Fassade, Balkongitter oder Fenster eindrücken. Außerdem besteht die Gefahr, dass Passanten verletzt oder Autos und andere Gegenstände beschädigt werden. Sind Bäume bereits umgestürzt, rät der VPB zu prüfen, ob deren Wurzeln eventuell Strom- oder Gasleitungen beschädigt haben.

Elektrik

Falls beim Sturm der Strom ausgefallen ist, sollten Hausbesitzer unbedingt alle elektrischen und elektronischen Bauteile kontrollieren, zum Beispiel Hebeanlagen und automatische Pumpen. Automatische Rollladenheber und andere Timer müssen neu eingestellt werden.

Sachverständiger

Bei größeren Schäden sollte ein Bausachverständiger hinzugezogen werden, der auch hinsichtlich der Reparatur und der Meldung bei der Versicherung beraten kann. (dpa)

Der Verband Privater Bauherren hält im Internet eine Checkliste zur Behebung von Sturmschäden bereit: www.vpb.de/download/VPB-Ratgeber_Sturmschaeden.pdf

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