Immobilien : Tagesspiegel-Aktion gegen zu hohe Fernwärmepreise

Viele Berliner Haushalte zahlen mehr Geld für ihre Fernwärme als nötig.Das ergab eine Stichprobe in der Hauptstadt.Ursache für die überteuerten Wärmepreise sind nicht die "Herstellungskosten" der Energie, sondern falsch bemessene "Anschlußkosten" bei Wohn- und Geschäftshäusern: Die "Anschlußleistungen" liegen oftmals höher als erforderlich.Die Zeche zahlt jeder Haushalt betroffener Wohnhäuser.In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Energie, dem Berliner Mieterverein und dem Verband der Immobilienverwalter leistet der Tagesspiegel Abhilfe: Den Auftakt macht eine für unsere Leser kostenlose Überprüfung der Wärmeabrechnung, gefolgt von einer Veröffentlichung der Ergebnisse sowie einer Telefonaktion mit den Experten auf diesem Gebiet.

Der Hintergrund.Dieser Tage landet im Briefkasten von Mietern und Eigentümern die Jahresabrechnung der Nebenkosten.Zu den Nebenkosten zählen natürlich auch die Heizkosten.Diese bestehen aus zwei Rechnungsposten: Energiekosten und Heiznebenkosten.Die Energiekosten setzen sich aus der tatsächlich verbrauchten Wärme und aus den Grundkosten zusammen - und diese Grundkosten werden auf Grundlage der Anschlußleistung errechnet.Während der tatsächliche Wärmeverbrauch zumeist anhand von Zählern überprüfbar ist - hinterfragt niemand den zweiten Rechnungsposten, die aufgrund der Anschlußleistung errrechneten Grundkosten.Zu Unrecht.

Denn in vielen Haushalten wird zu viel Geld für diese "Anschlußleistung" verlangt, weil sie größer ausgelegt wurde als nötig.Die Zeche zahlt jeder Haushalt, ganz unabhängig davon, wie weit er das Heizungsventil aufdreht.Welche Leser betroffen sind, ist an der Heizkostenabrechnungen abzulesen, und das übernimmt die Arbeitsgruppe Energie im Auftrag des Tagesspiegels.

Wer seine Rechnung überprüfen lassen möchte, muß zunächst nachsehen, ob in seiner Wohnung Heizkostenverteiler an den Heizkörpern montiert sind.Denn nur wenn die Heizkosten individuell abgerechnet werden, ist die Anschlußleistung überprüfbar.Zweite Voraussetzung zur Teilnahme ist die Angabe des Wärmelieferanten - meistens Bewag, aber nicht immer.Schließlich benötigen wir eine Kopie der Heizkostenabrechnung.Darauf müßte - dies ist gesetzlich vorgeschrieben - der Energieverbrauch vermerkt sein.Das alles geht bitte per Post an die Arbeitsgruppe Energie, Katzlerstr.5, 10829 Berlin.Wer eine zu hohe Rechnung hat, wird benachrichtig.Gegen ein Entgelt von 30 DM kann er dann eine gutachterliche Stellungnahme abfragen, um den Wärmelieferanten zu einer bedarfsgerechten, billigeren Heizkostenrechnung zu bewegen.Tsp

Die Ergebnisse dieser Aktion veröffentlicht der Tagesspiegel am 21.Juni auf dieser Seite.Am drauffolgenden Montag, den 22.Juni, schalten wir unsere Leitungen frei.Ihre Fragen zu Heiz- und Nebenkosten beantworten Johannes Hengstenberg (Arbeitsgruppe Energie), Hartmut Vetter (Berliner Mieterverein) sowie Monika Schultze (Verband der Immobilienverwalter).

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