Immobilien : Tropischer Schicksalsbaum

Katharina Rabe

Nachstehend veröffentlichen wir die vom Botanischen Garten für diese Woche herausgegebene Zusammenstellung besonders sehenswerter Pflanzen, die im Freigelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr.

Gewächshäuser. Der Glänzende Los- oder Schicksalsbaum (Clerodendrum splendens) ist – anders als der deutsche Name vermuten lässt – eine strauchige Kletterpflanze. Ihr Spross wächst an Baumstämmen und anderen Kletterhilfen empor und erreicht in der Natur eine Höhe von bis zu vier Metern.

Während circa 400 Losbaum-Arten in den Tropen und Subtropen der Alten und Neuen Welt anzutreffen sind, ist der Glänzende Losbaum im tropischen Westafrika heimisch.

Im Großen Tropenhaus fällt dieser Kletterstrauch derzeit durch seinen reichen und scharlachrot leuchtenden Blütenschmuck auf. Wie ein Schwarm kleiner Schmetterlinge sitzen die wunderschönen Blüten dicht gedrängt in endständigen Trauben.

Die Blütenhülle wird von je fünf rot gefärbten Kelch- und Kronblättern gebildet. Die Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die Kronblätter schließen sich zu einer schmalen, zylindrischen und etwa zwei Zentimeter langen Kronröhre zusammen. Aus diesem so genannten Tubus ragen vier Staubgefäße und ein Griffel mit einer zweispaltigen Narbe hervor. Die Blüten des Glänzenden Losbaumes werden in seiner tropischen Heimat von Nektarvögeln und langrüsseligen Schmetterlingen bestäubt. Dabei nehmen sie den am Grunde der Kronröhre befindlichen Nektar auf.

Der Kletterstrauch ist wegen seiner prächtigen Blüten heute zunehmend als Zierpflanze beliebt. Er gedeiht bei reichlich Licht auf nährstoffreichem und feuchtem Boden. Im Winter ist eine Temperatur von zehn bis 15 Grad Celsius ideal. Zwischen Februar und März wird die Pflanze zurückgeschnitten und treibt dann erneut kräftig aus.

In Afrika ist der Glänzende Losbaum eine geschätzte Heilpflanze. Seit Jahrhunderten werden dort mit den breit ovalen, lederartigen und oberseits dunkelgrün glänzenden Blättern Krankheiten und Verletzungen behandelt. Prellungen und Wunden werden mit einem Pulver aus getrockneten Blättern eingerieben, bei Durchfall und Impotenz wird ein gezuckerter Blattsud zum Trinken gegeben und bei Malaria wird der Blattsaft in die Nase getropft. Allerdings ist auf die medizinische Wirkung nicht immer Verlass. Deshalb bekam die Pflanze auch ihren aus dem Griechischen kommenden botanischen Namen Clerodendrum (kleros = Los, Schicksal, dendron = Baum) mit der volkstümlichen Übersetzung.

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