Unter dem Hammer : Der Bahnhof Michendorf wird versteigert

Bei Bahnhöfen haben die Kommunen Vorkaufsrecht. Doch aus dem Geschäft wurde nichts. Nun können Interessenten zuschlagen.

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Außen hui, innen: so lala. Der Bahnhof entstand ab 1878. Foto: nieswand & pletschke
Außen hui, innen: so lala. Der Bahnhof entstand ab 1878.Foto: nieswand & pletschke

Es ging lange hin und her mit dem Bahnhof Michendorf, der zeitweise sogar Fernverkehrshalt für ICE-Züge vor den Toren Berlins war. Doch die Deutsche Bahn AG will den Michendorfer Bahnhof seit 2015 verkaufen, weil sie ihn nicht mehr braucht. Das Stationsgebäude wurde der Gemeinde Michendorf angeboten, von 330 000 Euro war die Rede. Bei Bahnhöfen haben die Kommunen Vorkaufsrecht. Doch aus dem Geschäft wurde nichts, die Gemeindevertreter lehnen den Kauf zu diesem Preis mit knapper Mehrheit ab. In einem Wertgutachten der Gemeinde waren Presseberichten zufolge Sanierungskosten von etwa einer Million Euro ermittelt worden, die Bahn hatte die Kosten mit 180 000 Euro angegeben. Nun kommt der Bahnhof mit Nebengebäuden unter den Hammer.

Am 24. März ruft die Deutsche Grundstücksauktionen AG ab 11 Uhr das denkmalgeschützte ehemalige Bahnhofsgebäude mit fünf Wohnungen zum Mindestgebot von 98 000 Euro im abba Berlin Hotel (Lietzenburger Straße) zum Verkauf auf. Michendorf liegt südwestlich von Berlin und grenzt direkt an Zehlendorf.

In zirka drei Kilometer Entfernung ist der S-Bahnhof Wannsee mit Anschluss an den Regional- und Fernverkehr.

Zum Versteigerungspaket gehören ein Gartengrundstück sowie Gewerbeflächen. Ein Restaurant und eine Arztpraxis haben sich hier niedergelassen. Insgesamt geht es um ein 1640 Quadratmeter großes Grundstück – die Jahresnettomiete wird mit rund 17 000 Euro angegeben.

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